Inspire & Lead - Der Leadership Podcast
Inspire & Lead ist der Podcast von Wilhelm Tupy über die Frage, was Menschen wirklich bewegt – und was das für wirksame Führung bedeutet.
Wilhelm Tupy ist Business- & Leadership-Coach, Gründer von TUPY Solutions und ehemaliger Konzernmanager mit mehr als 15 Jahren Führungserfahrung. Er verbindet echte Führungspraxis mit psychologischem Verständnis und den Prinzipien aus über 15 Jahren Judo-Leistungssport.
In Gesprächen mit Führungspersönlichkeiten und in Solo-Folgen geht es um Mitarbeiterführung, schwierige Gespräche, Motivation, Verantwortung, Zusammenarbeit, Entscheidungen und Veränderung – konkret, ehrlich und ohne Leadership-Floskeln.
Für Führungskräfte, Unternehmer und Leistungsträger, die Menschen besser verstehen, klarer entscheiden und Teams wirksamer führen wollen.
Verbinden statt funktionieren.
Inspire & Lead - Der Leadership Podcast
Paul Scharner Die brutale Wahrheit nach 221 Premier League Spielen
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Warum musst du lernen, dich selbst anzulügen, um 221 Spiele in der härtesten Liga der Welt zu überstehen? Paul Scharner packt schonungslos über Leistungsdruck, Einsamkeit und das Tabu des Karriereendes aus.
221 Spiele in der Premier League, doch was ist der wahre Preis des Erfolges? Im „Inspire and Lead Podcast“ von Wilhelm Tupy spricht Ex-Profi Paul Scharner über die Wahrheit des Spitzensports, Leistungsdruck und die Bedeutung von Mentaltraining für nachhaltige Resilienz.
Von Austria Wien über Wigan und West Brom bis zum HSV: Scharner erlebte alle Höhen und Tiefen. In dieser Episode analysieren Wilhelm Tupy und Paul Scharner, warum Leistungsträger in eine Sinnkrise geraten, wie man mentale Stärke kultiviert und weshalb Selbstführung die Basis für Sinn im Job und Leben bildet.
Ein zentraler Wendepunkt: Wie lernt man Grenzen setzen und Nein sagen, wenn Spitzen-Trainer wie Joachim Löw vor einem stehen? Ein Deep Dive für alle, die sich für Business Coaching, Leadership Coaching und authentische Führung interessieren.
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▬ Kapitelübersicht ▬▬▬▬▬▬▬▬
00:00 Der wahre Preis des Erfolges: Scheinwelt vs. Realität
03:10 Austria Wien bis Premier League: Beginn einer kompromisslosen Reise
08:48 Mentaltraining: Wie mentale Stärke im Leistungssport entsteht
12:37 Karriere als Fußballprofi: Wenn Leistung plötzlich nicht mehr zählt
15:40 Sinnkrise im Beruf: Das Tabu der Leere nach dem Triumph
18:55 Selbstführung statt Anpassung: Warum 49 % niemals ausreichen
22:15 Der Eklat: Warum ein klares „Nein“ zu Joachim Löw unausweichlich war
26:45 Grenzen setzen im Haifischbecken: Innere Unabhängigkeit
31:40 Umgang mit Leistungsdruck: Emotionale Reize abschirmen
36:00 Tiefpunkt in Liga 2: Die radikale Wende im Kopf
41:10 Wigan & West Bromwich: Zwischen FA Cup und Abstiegskampf
46:30 Familie & Rückhalt: Das Fundament im Profisport
51:06 Leadership Coaching: Warum authentisch bleiben entscheidet
56:10 Das System Profifußball: Warum Talente an falscher Führung scheitern
01:03:05 Was zeichnet echte Ausnahmekönner aus?
01:08:15 Resilienz aufbauen bei Rückschlägen
01:17:25 Körper & Psyche: Was Verletzungen über Mentales verraten
01:23:00 Sinn im Job & Sinn im Leben: Wofür stehst du auf?
▬ Über Paul Scharner ▬▬▬▬▬▬▬▬
Paul Scharner absolvierte 221 Einsätze in der Premier League (u. a. für Wigan Athletic und West Bromwich Albion), gewann 2013 den FA Cup in Wembley und führte das österreichische Nationalteam als Kapitän aufs Feld. Heute begleitet er Sportler und Persönlichkeiten bei der mentalen Transformation.
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▬ Wilhelm Tupy ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Auf meinem Kanal geht es um die Frage, die im Alltag meist untergeht: wofür du das alles eigentlich machst. Für Menschen, bei denen von außen alles passt, die Position stimmt, das Gehalt stimmt, und bei denen trotzdem der Biss weg ist. Kein Motivationsgelaber, sondern Werkzeuge aus der Logotherapie, aus 15 Jahren Leistungssport und aus über zehn Jahren Konzernführung.
Ich bin angetreten, die Pandemie der Sinnlosigkeit in unserer Arbeitswelt zu beenden. Wenn du das auch so siehst, abonnier den Kanal.
10+ Jahre Managementerfahrung von Teams mit bis zu 350 Mitarbeitern
Ausbildung in Logotherapie nach Viktor Frankl und Elisabeth Lukas
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Coaching und Begleitung findest du auf meiner Homepage unter https://www.wilhelmtupy.com
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Wenn du jetzt als Mensch, also die Charakterzuge hast, du willst jedem das recht machen, dann wirst du da untergehen. Wo ist die Grenze, wo man aufhört, beliebt zu sein und wirksam werden muss? Wenn du 49% du selber bist, dann bist du keine Karima.
SPEAKER_04Was würdest du sagen, wofür trittst du an, wenn du am Montag aufstehst? 2006, deine Vorstellung bei Week in Athletic. Du im Bärenfellmantel. Haare abrasiert oder anrasiert an einer Seite, weiß gefärbt. Mich interessiert nicht die Frage, warum, sondern mich interessiert, wie lange bist du vorm Spiegel gestanden und hast dir das überlegt?
SPEAKER_00Ja, das sind immer wieder schöne Erinnerungen. Ich muss dich leider ausbessern, es war nämlich nicht weiß, sondern weiß-blau. Und ist darum gegangen, eben gleich Farbe zu bekennen. Sozusagen für Wegan Athletic. Das waren Differeinfarben. Beziehungsweise auf der anderen Seite, ich habe mich aber in dem Zuge auch färben lassen. Es war auch Birmingham City interessiert an mir. Und die man auch blau weiß.
SPEAKER_04Das Glück ist es nicht Birmingham City.
SPEAKER_00Also für mich war das eigentlich eh ganz klar, wie ich nach Wegan geflogen bin, dass das definitiv Wegan Athletic wird, weil es eben die Geschichte dahinter für mich so interessant war von Wegan Athletic im Endeffekt. Aber ich habe mittlerweile 2006 schon relativ viel Erfahrung gehabt mit Haarefärben, weil das war nicht meine erste Frisur mit Farbe. Grundsätzlich ist das relativ schnell und rasch gegangen. Und der Bernfellmantel, ich weiß gar nicht, von wo ich den rauskommen habe. Im Endeffekt, ich habe mir einmal in Wien im ersten Bezirk gekauft und habe mir gedacht, hey, das war vielleicht auch, wo das Erklärtungsstück das Eindruck machen würde bei den verschiedensten. Und ja, ich bin dann eh gleich einmal mit einem Spitznamen versehen worden nach dieser Aktion Spaceman.
SPEAKER_04Space.
SPEAKER_00Loco.
SPEAKER_04Ja, es ist ein Branding, das du durchgezogen hast durch deine gesamte Karriere. Ich glaube, da kommen wir später eher noch drauf zu sprechen. Ich stelle mal nur die Frage, ich war heute, glaube ich, nicht dabei. Als du damals beim TC Sultz im Tennismannschaft präsentiert worden bist, da hast du aber gar keinen Bernfellmantel getragen, oder?
SPEAKER_00Nein, also grundsätzlich hat das mit 30 hat das alles geendet. Da habe ich ein bisschen eine schwierige Situation erlebt, eben auch beim Haare färben. Und da bin ich dann ruhiger worden, muss ich ganz ehrlich sagen, weil Gott sei Dank habe ich dann, also ich habe darauf geschaut, dass ich jetzt aktuell auch noch Haare am Kopf habe.
SPEAKER_04Ja, das hat bei mir nicht funktioniert, obwohl nicht gefärbt hat. Ja, aber es ist super, dass wir heute sprechen. Ich bin extrem dankbar, dass du dir die Zeit nimmst und wir einfach auch diesen Podcast heute aufnehmen. Wir haben extrem viele spannende Themen mitgebracht. Und ich möchte ganz kurz zur Einleitung für die Leute, die vielleicht nicht ganz noch so im Bilde sind, aber bald werden sie sein, ein paar Worte sagen. Du hast ja da dein Buch und in deinem Buch, das ist jetzt schon mittlerweile ein paar Jahre alt, 2016 glaube ich ist das. 15 schon. Und da hast du ja einfach auch eine Aktion geschoben, die mich sehr beeindruckt hat beim Lesen. Das Durchlesen war extrem kurzweilig und du hast einfach auch sehr viele deiner Kritiker zu Wort kommen lassen und denen wirklich Raum gegeben, was für mich immer so ein Zeichen einfach auch von Charakterstärke ist. Und sagen, okay, yeah, ich hab's nicht allen recht gemacht oder ich mach's nicht allen recht. Und Herbert Prohaska, den sicher viele noch kennen, weil er natürlich permanent auf ORF ist. Unter Jahrhundert Spieler in Österreich. Und ja 100 Spieler in Österreich, genau. Der hat unter anderem in deinem Buch einen Satz, den ich jetzt sinngemäß zitere, Paul Schaner gehören in einer Kategory Spieler, who schnell vergessen sein wird. That steht in deinem Buch und du hast es dort auch staan gelassen. Warum hebe ich mir auf? Auf vorher lese ich, was da angeblich vergessen wird, weil das sollen wirklich die Leute nicht vergessen, so wollen sie wissen. Meister und Kupfsieger mit der Austria 2003, Kupsieger mit Brandenbergen in Norwegen, dort Spieler des Jahres, 40 Länderspiele, Kapitän des Nationalteams gewesen, 6,5 Jahre Premier League, immerhin die größte und Konkurrenzstärkste Liga der Welt. 221 Spiele dort, immer noch die meisten als Österreicher, 21 Tore. Über 400 Profispiele, und jetzt kommen die richtigen Highlights ja erst noch. Sieg Tor gegen Arsenal im League Cup Halbfinale und im ersten Spiel für Wegan und am 11. Mai 2013 hast du in Wembley vor 86.254 Zuschauern den FA Cup gewonnen gegen Manchester City mit Wigan Athletic. Eine Mannschaft, die halt einfach andere Ressourcen hat als ein Team wie Manchester City. Das ist der Mann, der schnell vergessen sein wird, sagt man. Und die Frage ist einfach, was waren deine Gedanken dabei, diesen Satz einfach in deinem Buch stehen zu lassen?
SPEAKER_00Ja, das sind sicher die Erfahrungen, die ich gemacht habe während meiner Karriere, dass im Prinzip von meinen Charakterzügen es jeden recht machen zu wollen, sozusagen ich daraus gelernt habe, dass das nicht möglich ist. Beziehungsweise auch manchmal nicht zielführend ist bei einer Fußballkarriere, wo du natürlich immer wieder mal die Ellbogen aufstellen musst und auch gegen deine Kollegen sozusagen dich behaupten musst, im Endeffekt. Deswegen habe ich mir im Laufe der Karriere eigentlich durch den Erfahrungsschatz gesagt, wie ich dann mit dem Lars zusammengesessen bin, ich würde das ist nicht gut finden, auch nicht nur die Befürworter zu lesen, sondern auch, was sagen die Kritiker, die wirklich harten Kritiker. Ich meine, natürlich beim Herbert Buchaski ist es wieder so, ich habe ihn jetzt auch nicht beschmückt mit den besten Erfahrungen und Erinnerungen, wie ich ihn als Trainer gehabt habe. Das war sicher nicht fair. Das ist aber nachbetrachtet natürlich immer leichter zu sagen, beziehungsweise auch mit einem gewissen Abstand immer anders zu betrachten und ein anderer Blickwinkel. Nichtsdestotrotz, auch Peter Linden steht drinnen und der hat er wirklich permanent in der Chronik gegen mich geschrieben. Und trotzdem wollte ich, dass er da drinnen steht und sich auch im Prinzip outen darf, ob jetzt da für mich oder gegen mich ist, weil es einfach nicht möglich ist, dass du 100% der Leute auf deine Seite bringst.
SPEAKER_04Das muss man auch aushalten können. Und gerade in der heutigen Zeit, wo irgendwie alles so transparent ist, das Social Media überall, du bist in den Medien, du bist ja als Profi-Fußballer, als Profi-Atlet, bist du permanent auch im Medienrummel gewesen. Also mir fällt ja immer eine Situation ein oder eine Person, Harry Maguire von Manchester United, der Verteidiger. Ich möchte jetzt halt nicht so viel über Fußball sprechen, aber weil es einfach eine ganz gute Parallel ist, der hat ja unendlich viele Shorts und Reels, die es in Social Media über ihn gibt, wo er quasi durch den Kakao gezogen wird, weil er irgendwelchen Fehler macht, wieder. Und das ist ja unfassbar, was das einfach auch mental ist. Und du bist ja mental, hast du sehr früh, sehr viel gearbeitet, was das mental mit einem Spieler macht, oder?
SPEAKER_00Ja, voll. Also das ist ja die größte Herausforderung, speziell jetzt in dem Medienzeitalter, wo wir sind, beziehungsweise Social Media Zeitalter, wo du ja wirklich jede Sekunde was über dich finden kannst, was du nicht so gut gemacht hast. Und die größte Herausforderung ist definitiv für die jungen Spieler, beziehungsweise Spielerinnen. Das große Problem, du willst ja Lob einheimsen, sozusagen. Deswegen schaust du da da drauf. Das große Problem ist aber, wenn ein negatives Post drinnen ist, überwiegt das alles Positive sozusagen. Und da musst du wirklich dir eine Strategie finden oder beziehungsweise auch zurechtlegen, wenn du das von innen heraus nicht neutralisieren kannst, dass du es letztendlich auch wegschaltest, beziehungsweise gar nicht hinschaust, nur weil du den einen positiven Post suchst im Endeffekt. Weil das Negative lässt sich so schwer neutralisieren und aufheben. Und das ist, glaube ich, die große Herausforderung. Ich habe das auch lernen müssen. Also natürlich, wenn ich zurückdenke, mit 20 war es irrsinnig schwierig, dass irgendwer was kritisiert hat oder was angesprochen hat, was nicht gepasst hat. Du kriegst natürlich dann eine dicke Haut die Erfahrung dazu. Und letztendlich habe ich mir dann doch zurechtgelegt, ja, was die anderen sagen, ist mir einfach komplett egal. Also, das muss ich jetzt lernen.
SPEAKER_04Da habe ich ja, also ich möchte dann später noch auf das Thema Mentaltraining einfach auch kommen, aber vielleicht können wir da jetzt schon kurz drauf eingehen. Wenn du sagst, du hast deine dicke Haut zurechtgelegt und hast das gelernt zu sagen, okay, das geht mir jetzt nichts an, das tangiert mich jetzt nicht. Das eine ist das Sagen, das andere ist das Fühlen. Und häufig, ich habe ja selber Leistungssport gemacht und häufig sage ich auch, ja, das ist jetzt nicht so wichtig, aber es trifft mich dann schon. Wie trainiert man sowas? Dass das dann auch wirklich wirkt, sage ich jetzt mal.
SPEAKER_00Gewissermaßen musst du lernen, dich anzulügen. Glaubhaft anzulügen, sozusagen. Nur das hilft ja weiter, meiner Meinung nach. Und die ist halt immer wieder in der Wiederholung und wieder und wieder und wieder. Mentaltrainingsmäßig, natürlich kannst du die verschiedensten Techniken verwenden, eben die Emotionen, sag ich es einmal, zu neutralisieren, die vielleicht jetzt nicht förderlich sind. Aber grundsätzlich sind da Emotionen immer förderlich, je nachdem, wie man es halt betrachtet. Leider haben halt einige negativ behaftet im Endeffekt. Aber nichtsdestotrotz, glaube ich, geht es immer um das, und das ist jetzt, wenn wir die Atlas so kurz angesprochen haben, das taut man so gut, das Belief. Das Belief, der Glaube sozusagen, und das hat jetzt nicht mit Kirchengehen zu tun oder Moschee gehen zu tun oder so irgendwas, sondern der Glaube an dich selber. Das ist das Entscheidende, um eben die Träume sozusagen in die Wirklichkeit zu bringen im Endeffekt.
SPEAKER_04Und die große Schwierigkeit, und ich glaube, da können wir später dann noch drauf eingehen, weil da braucht es, glaube ich, ein bisschen einen Deep Dive heute, ist dann zu sagen, ja, ich glaube an mich rational betrachtet, aber es then auch unter Druck, wo wirklich der Stress then, also when, keine Ahnung, nehmen wir das Beispiel Elfmeter schießen, 86.000, man muss den entscheidenden Strafstoß verwerten, zum Beispiel. Auf die musst du dich quasi vorbei. But let's später drauf eingehen. Ich möchte noch some start einfach auf einen Punkt Bezug nehmen. Und zwar, in meinem Podcast geht es ja auch ganz stark darum, warum Menschen am Montag begeistert aufstehen. And dieser Montag ist so ein ganz spezieller Attack, auch wenn ich auf YouTube zum Beispiel schaue, die meisten Abonnenten bekomme ich an einem Montag zum Beispiel. It's ganz lustig. Montag ist wirklich so ein Wochenbeginn. And viele Menschen leben ja irgendwie oftmals leider nur für die Tage Samstag, Sonntag und versuchen die Tage dazwischen zu überbrücken. Und das versuche ich einfach auch mit meinem Podcast zu verändern und zu drehen, dass wir einfach auch lernen, okay, es gibt sieben Tage die Woche, die geil sein können, und wo ich sage, da gehe ich mit Leidenschaft einfach auch durch. Und eine der wichtigsten Fragen mit meinem Podcast ist, wie weiß ich, dass ich am Montag am richtigen Platz bin? Und das ist ganz interessant, du hast ja an einem Montag gekündigt. Du hast an einem Montag deine Karriere beendet. Und da würde mich einfach interessieren, was ist da damals durch den Kopf gegangen? Und du hast ja, glaube ich, mit deinem Mentaltrainer damals auch, mit dem Valentin Hobel, auch drüber gesprochen. Und was habt ihr damals besprochen?
SPEAKER_00Dass ich ganz lange noch Profifußballer bleibe. Eigentlich? Eigentlich. Wir haben da wirklich eine lange Sitzung gehabt, ich kann mich noch ganz genau erinnern, das war in Kärnten auf Trainingslager, wo wir drüber gesprochen haben, dass das jetzt Geduld braucht und einfach im Prinzip ein bisschen so aussitzen. Aber ich war ja schon am Anschlag von dem, was ich erlebt habe, speziell eben dann beim HSV, wie ich zurückgekommen bin vom FEK-Sieg, sozusagen. Und dann eben die ganzen Gesprächsfolgen mit dem Trainer, mit dem sportlichen Leiter, der natürlich dann auch ausgetauscht wurde, wo der neue gekommen ist. Das hat sie dann einfach so zusammengestaut, dass ich dann eigentlich so angefressen war auf das ganze Business, dass dann im Prinzip eine Effekthandlung war, muss ich ganz ehrlich sagen. Also nachbetrachtet war es einfach eine Effekthandlung. Die Marlene hat es gar nicht gemacht, Kinder. Wirklich? Ja genau. Also meine Frau sind glaub ich mir, was hast du jetzt gemacht? Die haben mir gerade ausgemacht, du spielst nur bis 40. Und jetzt mit 33 auf ins Fußbühl. Also war jetzt wirklich ein großes Fragezeichen, warum hast du das jetzt im Endeffekt gemacht? Warum hast du das gemacht? Warum habe ich es gemacht? Weil ich, also grundsätzlich der absolute Grund war, wenn Leistung nicht mehr zählt, also grundsätzlich die Leistung nicht mehr zählt, dann bin ich falsch am Platz. Also wenn ich ins Politisieren anfangen muss, ins Diplomatischein anfangen muss, natürlich sollte man das mit 33 Acrounds gut kennen, im Endeffekt, eben durch die Erfahrung, was man vorher gehabt hat. Aber wenn das immer dein Ding ist, im Prinzip dein Mantra, beziehungsweise meinen Glaubenssatz, dann hast du die Schnauze voll, dann sagst du, hey, das hat sich eigentlich nur gestört irgendwo. Man hat das noch alle Tassen im Schrank, das kann nicht so funktionieren. Man nachbetrachtet sich mir dann eh was rausgekommen ist. Wenn ich noch zwei Monate stillgehalten hätte, der Trainer ist rausgeworfen worden, verstehst du weiter. Du kennst ja eh Fußballbusiness, das geht dann relativ rasch. Ja, hätte ich wahrscheinlich erst vor zwei Jahren ins Fußballspielen aufgehört, möglicherweise. Hast du es bereut jemals? Ganz Momente? Nein, nicht wirklich. Also ich bin einer, der wenn eine Entscheidung trifft, dann steht er dazu. Vielleicht ist es ein bisschen eine Schutzhaltung, dass man sie nicht eingestehen will, dass es vielleicht falsch ist. Aber grundsätzlich kann mir kann ich mit den Entscheidungen immer relativ gut leben.
SPEAKER_04Da wäre eine spannende persönliche Frage.
SPEAKER_00Relative ist falsch, ich kann gut leben.
SPEAKER_04Relativ ist ja wieder aufgekommen. Da habe ich eine persönliche Frage, weil also ich habe Leistungssport gemacht, bei weitem nicht auf dem Niveau, wie du es gemacht hast. Allerdings ist ja das, was einen dort antreibt, ja oftmals auch dieser Kick, den man bekommt. Das ist natürlich schon eine ziemlich spannende Situation, wenn du vor so viel Zuschauern, in meinem Fall war Chudo, dass sie nicht so viele Zuschauer, aber wenn du diese Drucksituationen erlebst, wenn du einen Kampf gewinnst, wenn du ein Match gewinnst, mit der Mannschaft feierst, mit deinem Trainer feierst. Und was ich erlebt habe, ist nach meiner Karriere, dass ich lange gebraucht habe, um dieses Gefühl irgendwo wieder zu finden. Wie war das bei dir?
SPEAKER_00Ja, definitiv ist die größte Herausforderung, glaube ich, von Wettkämpfern oder Kämpferinnen, dass man da einen Ersatz braucht im Endeffekt, weil die Adrenalinkicks, ja, die Adrenalin-Kicks kriegst du sonst, ich sage jetzt mal, im gewöhnlichen Leben äußerst schwierig her. Und da ist ja eigentlich Fußball prädestiniert dafür, weil du ja wirklich fast jeden dritten Tag, aber zumindest jeden sechsten Tag einen absoluten Adrenalin-Kick kriegst du im Endeffekt. Und das war sicher definitiv, würde ich unterschreiben, meine größte Herausforderung, beziehungsweise für jeden anderen Fußballkarreristen ist es die größte Herausforderung. Wie schaffe ich die Transformation von dem aktiven Kicker zum Ex-Kicker? Und dann eben das Umfeld auch noch im Endeffekt. Weil du bist der Produktonist im Endeffekt, es dreht sich die ganze Welt um dich. Und das dann im Prinzip unvorbereitet, mehr oder weniger verkraften zu können, das ist schon eine Herausforderung. Und da sind wir jetzt auch tätig, meine Frau und ich. Eben, ich sage jetzt einmal, Kicker-Familien zu unterstützen, die Transformation schon vorzubereiten, bevor man eigentlich dann eben die Karriere beendet, dass das dann eben wirklich gut weitergeht. Weil ich weiß nicht, ob du Statistik kennst, es lassen sich 80% der Spieler in England scheinen im ersten Jahr nach der Karriere. Nach der Karriere.
SPEAKER_04Das ganze System einfach komplett durcheinander gewürfelt wird. Genau, genau.
SPEAKER_00Weil dann im Prinzip der Mann bzw. der Charist die Position immer hat, also den Inhalt. Dann hätte ich also das gewohnt, du fährst ja jeden Tag hin, im Prinzip wird ja viel gerichtet, du hast den Ablauf, du gehst hin, du ziehst dich um, hast den Frühstücken, dann Gym-Training mit der Mannschaft, dann das dann auch und so weiter und so fort. Das ist ja immer vorgegeben. Und dann bist du es aber dann nimmer. Und dann stehst du halt da, oh, scherm geil.
SPEAKER_04Das ist eine Lehre, oder?
SPEAKER_00Danach? Ja, voll.
SPEAKER_04Ja, du hast es geschrieben, dass dein größter Antrieb ist, junge Menschen zu inspirieren und dass die ihren Traum leben können. Da kommen wir wieder auf den Montag, ne? Ja, genau. Vollprinzip, ne? Genau. Wenn wir die Gluck wieder schlagen, ne? Ganz genau. Und du hast geschrieben, das war sehr spannend. Ich wollte die Fußballkarriere machen, um im späteren Leben Vorbild für jüngere Generationen zu sein. Und im Buch hast du geschrieben, es war nicht vordergründig wichtig, dass ich Fußballer bin, sondern dass ich Karrierist bin. Und dazu hast du gesagt, dass du als Profi den Spaß am Spiel verloren hast. Heißt das, dass du nicht Fußballer werden wolltest?
SPEAKER_00Es ist schon Hand in Hand gegangen. Natürlich liebe ich den Sport, weil sonst hätte ich ja nicht Fußball ausgesucht. Ich habe Tennis gespielt unter anderem. Sehr erfolgreich sogar? Sehr erfolgreich. Der liegt. Ich habe es relativ rasch mit, aber ich war dabei. Und andere Dinge, also Skifahren war auch ein Thema sozusagen, also doch irgendwas im Sport auf alle Fälle. Aber nichtsdestotrotz war dann eben das soziale Umfeld, was du im Fußball hast, im Mannschaftssport, doch ausschlaggebend. Dort eben das Prinzip das Glück zu versuchen, beziehungsweise dort den Traum zu leben. Und das hatte dann wirklich entwickelt, ich sage jetzt einmal vom 10., 11. Lebensjahr an, wo ich dann schon fix für mich beschlossen habe, ja, ich möchte jetzt Fußballprofi werden, im Endeffekt. Und war es damals schon so, dass du gesagt hast, du möchtest dieses Vorbild für andere sein? Oder was war damals der Antrieb? Naja, schon, man glaubt es, also wenn man jetzt das Buch liest, ich bin ein absoluter sozialer Typ und ich versuche immer alles dem Team bzw. eben der Gemeinschaft zu geben, dass jeder kennen kann, sozusagen, beziehungsweise das Beste einbringen kann im Endeffekt. Gewissermaßen habe ich mich dann im Laufe der Karriere einmal verstehen lernen müssen, weil sonst wäre ich nicht durchgekommen. Also du kannst, also wie auf dem Echo vorhin angesprochen habe, wenn du jetzt als Mensch, also die Charakterzuge hast, du willst jedem das recht machen, dann wirst du da untergehen. Das geht ja hinten und vorne nicht aus im Endeffekt. Das heißt, du brauchst, das habe ich dann eben auch mit meinem Mentaltrainer sozusagen ausgearbeitet, ein Karriere Ich sozusagen, und dann eben versuchen, das normale Ich nicht untergehen zu lassen, weil das ist natürlich schwierig, weil du bist ja noch ein Mensch und das ist irrsinnig schwierig, das dann, wenn du von Beruf Fußball zu der Familie kommst, dass du dann abschaltest und wirklich dann im Prinzip der bist, der du wirklich bist im Endeffekt.
SPEAKER_04Ja, wo ist die Grenze, wo man aufhört, beliebt zu sein und wirksam werden muss?
SPEAKER_00Wo ist die Grenze? Genau. Da bin ich der Meinung und den Satz, den zitiere ich immer sehr, sehr gerne. Ich weiß nicht, oben schon vorher einer gesagt hat, aber in deiner Fußballkarriere, sage ich es mal, weil ich jetzt eine Fußballkarriere gemacht habe, ist es ganz, ganz wichtig, dich so wenig wie möglich weit von dir selber wegbewegen zu lassen. Mich so wenig wie möglich von mir weg weiterbewegen. Verstehst du? Also es geht darum, im Fußball ist es gang und gäbe, dass die Trainer, die Zuständigen genau wissen, was du brauchst. Weil sie haben ja die Erfahrung, sie wissen, was deine Stärken sind und so weiter und so fort. Stimmt aber nicht, meiner Meinung nach. Weil die pushen dich nur dorthin, wo sie dich hinwollen im Endeffekt. Und da ist immer die große Gefahr, beziehungsweise auch meiner Meinung nach, sagst die Statistik, dass du dann wegkommst von deinen Stärken, die dich dann antreiben, im Endeffekt antreiben sollen, beziehungsweise dann auch abheben sollen im Markt, dass du dann ein Spieler bist, den die Mannschaft der Club braucht im Endeffekt. Und das ist ja die große Thematik eben auch in der Akademieentwicklung sozusagen bzw. Ausbildung viel einheitsfrei, viel Durchschnitt. Und dann darf man sich nicht wundern, dass halt am Ende dann relativ wenig außerkommt.
SPEAKER_04Diese Folge wird unterstützt von Leadwords, weil Führung ist ein Handwerk und ein Handwerk ist er lernbar. LeadWords ist dafür der tägliche Begleiter im Führungsalltag und hilft dir dabei, die richtigen Worte zu finden, um jeden Tag als Führungskraft ein Stück weit besser mit deinem Team kommunizieren zu können. Den Link findest du in der Beschreibung und jetzt zurück zur Show. Ich habe deswegen vorher gestockt bei dem Satz, sich so wenig wie möglich weit weg von sich selbst bewegen zu lassen. Heißt das aber, sich selbst jetzt dieses Zukunfts-Ich, das du dir ausgemalt hast, dein Karriere-Ich, oder? Also wir haben das einmal in einem anderen Podcast mit der Elisabeth Lucas diskutiert, eben genau dieser Punkt, wie begegn ich Menschen als Führungskraft. Und wenn ich einen Menschen begegnet, where he is, dann mache ich ihn eigentlich schlechter als er is, weil ich müsste ihm dort begegnen, wo er sein könnte. Ich müsste er eigentlich das schon sehen in ihm, wo er sich hin entwickeln könnte und ihm dort helfen, diese Lücke zu schließen. Das ist im Prinzip so die Aufgabe, die ich als Führungskraft einfach auch sehe. Das ist spannend.
SPEAKER_00Das ist aber sehr gut. Also grundsätzlich haben wir in die Richtung, also das Erste, was ich gelernt habe von meinem mentalen Trainer, ist, du musst dich im Hier und Jetzt so geben, wie du in vier Jahren sein willst. Ja, genau. Das heißt, für mich war immer Bremle League sozusagen und das war ganz klar. Und da ist es dann natürlich wichtig zu wissen, was bringt mich in die Bremle League sozusagen.
SPEAKER_04Was uns zu einer Situation bringt, die du wahrscheinlich schon tausende Male erwähnt hast, ich möchte dir trotzdem einfach. Nochmal bringen, weil es glaube ich das Beispiel ganz gut demonstriert. Du kennst diese Geschichte mit Jogi Löw. Schlaf da wahrscheinlich das Gesicht.
SPEAKER_00Okay, yeah, also einer der häufigsten. Das ist so ein Thema, ne? We werden sich wegbewegen. Bitte, wann sage ich meinen Standpunkt?
SPEAKER_04Genau. Also, vielleicht für die, die es nicht wissen, it was der 19.10.2003, Austria gegen GRK. Du warst damals noch jung in deiner Karriere und wolltest dich natürlich beweisen, hast du im Stammplatz gekämpft und du hast Hintergründe lasse ich dann dich erzählen, ja. Aber Yogi Löw möchte dich einwechseln in der Halbzeit, oder ich glaube in der Halbzeitpause. Und du kommst zu ihm und freust dich, dass du dass du quasi spielen darfst. Und er sagt dir, wo du spielst, und du drehst dich um und sagst, nein, auf der Position spiele ich nicht. Und erzähl vielleicht kurz die Hintergründe und vor allem auch, was hast du in der Halbzeitpause für dich gewusst, was sonst keiner gewusst hat.
SPEAKER_00Also der Hintergrund ganz kurz zusammengeschoben, mehr oder weniger. Ich bin ja ein Austragweg gewesen sozusagen in einer Startruppe. Also wir haben den Frank Stonach gehabt, ich habe in den dreieinhalb Jahren, wo ich Profi war bei der Austria 75 Kollegen gehabt. Also wirklich, da war kommen und gehen. Und das große Problem, wer dann meistens übergeblieben ist, ist der Eigenbauspieler. Das heißt, ich habe immer wieder reinkämpfen müssen. Ich habe es dann immer wieder geschafft auf den verschiedensten Positionen. Ich habe bis dorthin acht Positionen gespielt bei der Austria. Bis auf Stürmer und Tormann im Prinzip alles. Und dann irgendwann, ich sage jetzt einmal, hat mein Inneres gesagt, ich muss mich jetzt wohin konzentrieren. Ich kann jetzt nicht, natürlich bin ich ein All-Rounder, das ist auch super. Ich habe es dann danach auch immer wieder, auch bei Wiegen habe ich Stürmer gegen Liverpool gespielt. Also stell dir das einmal vor. Da habe ich dann die letzten Positionen noch gespielt. Außer Tormann habe ich dann wirklich alles gespielt gehabt. Mehr oder wenig auf Profi nicht. Richtig. Und da ist es darum gegangen, hey, ich möchte jetzt dann nicht mehr Nebendarsteller sein, sondern Hauptdarsteller werden. Das heißt, ich muss mich auf eine Rolle konzentrieren, beziehungsweise Position im Fußball im Endeffekt. Und da ist dann im Prinzip habe ich das Gespräch gesucht mit Jogi Löw nach der UEFA-Cup-Qualifikation gegen Dortmund, da haben wir eins zu nur verloren im Brandtstadion zu Hause. Und ich bin dann am nächsten Tag zu ihm ins Büro gegangen und habe gesagt, du, es bringt nichts, dass ich auf dieser Position spiele, das kann ich nicht. Also so wie wir die Spielanlage haben, bringt nichts. Da hilfe ich der Mannschaft nicht und mir hilfe auch nicht, dass ich weiterkomme im Endeffekt. Ich verzichte auf meinen Stammplatz, gebe mir aber irgendwann einmal die Chance auf diese Position 6er Zentrum im Mittelfeld. Ich warte darauf. Ich habe wirklich wortwörtlich gesagt, ich gebe mir in den nächsten zwei Jahren die Chance. Ich bin vorbereitet dann. Und ich habe mir aber irrsinnig gefallen und gesagt, nach drei Wochen, wo ich auf der Satzbank dann war, ich bin ja raus, also ich habe mich wirklich rausgewechselt, mich herholt. Wir waren eins um hinten gegen den GRK und lässig, aber wenn man denkt, nach drei Wochen kriege ich schon die Chance. Und ich habe gar nicht mehr gesagt, dass nein. Also ich bin hingekommen und dass der Jogelöffel, ja, Poli, Polli, du kommst rein nach der Halbzeit auf Rechtsmittelfeld. Wir haben sie kurz angeschaut und gesagt, nein. Nur das habe ich gesagt, nein. Joge Löw hat sich natürlich nicht ausgenannt, weil das hat ja auch noch nie erfahren, dass ein Spieler Nein sagt. Ist so mal dumm getänzelt, hat sich rumgedreht und sie ist gegangen. Ich habe dann in der Halbzeitpause dann der Code Renner rausgekommen, der dir nicht an und hat gesagt, du Paul, du kannst reingehen, umziehen, du kannst heimfahren. Sag ich, nein, ich bleibe jetzt da und ich schaue mir die zweite Halbzeit so wie ihm auf der Ersatzbahn, wenn ich erst bin. Beziehungsweise gebe ich da auf einmal. Letztendlich, zum Schluss ist alles dann rausgekommen, ich bin dann zurückgehangen zu meiner Jungfamilie. Wir haben das erste Kind gehabt nach Hinterbrühl, schalte den Teletext ein, Schlagzeile, Paul Schanna suspendiert. Herzimfakt, ne? 23 Jahre alt, Jungfamilie. Habt ihr mal Lena angeschaut, was heißt denn das jetzt? Im Endeffekt, ne? Was da dahinter war, im Prinzip ist einfach, ich wollte mich auf die Füße stellen. Wir haben es natürlich besprochen, in einer gewisser Weise, aber wir haben nicht besprochen mit meinem Mentaldrenner, hey, du magst jetzt diese Aktion, sondern es ist ganz von mir selber herausgekommen sozusagen. Das ist ja einfach nasal. Also das habe ich ja schon früher einmal gesagt. Bei den ersten Vertragsverhandlungen habe ich den Vertrag bekommen, den ersten Durf zum Was jeder kriegt, habe ich gesagt, was? Ich bin ja nicht nur auf 15. Ich weiß ja, was ich investiere und investieren will in Zukunft. Das könnte man nicht herlegen. Also das hat ja ewig und doch drei Tage gedauert. Das war wie der Skandal, wie hast du dir gelesen mit der doppelten Vertragsunterzeitung? Weil ich einfach gewusst habe, nein, ich tue ja viel mehr als nur das, was da der Durchschnitt kriegt sozusagen. Und das habe ich witzigerweise, ich weiß aber nicht genau, warum ich meinen Wert von innen heraus so stabilisiert habe, schon in jungen Land, vorm, vorm vor der Arbeit mit dem Mentaltrainer war ich schon. Davor habe ich schon gewusst, das kann ich nicht unterschreiben, da bin ich viel mehr wert.
SPEAKER_04Du hast ja schon früh angefangen, ich glaube mit 15 oder so, zum ersten.
SPEAKER_00Ich habe mit zwölf autogenes Training angefangen. Wo eben wirklich, das war eben auch progressive Muskelentspannung dabei, aber mit den Sätzen, hey, ich bin es wert und so weiter und so fort. Und das habe ich wirklich, also da bin ich jeden Tag damit eingeschlafen. Zwei Jahre lang. Und wenn mal jeden Tag zwei Jahre lang, du bist es wert und so weiter und so fort. Und so in jungen Jahren noch, musst du ja im Prinzip auch noch im Aufbau bist im Endeffekt. Also ich bin definitiv davon überzeugt, dass das meine absolute Grundlage war, warum ich dann in gewissen schwierigen mentalen Phasen bzw. auch Situationen trotzdem an mich geglaubt habe. Und das wird was und das kann ich machen. So auch natürlich vom Karriereende. Das war ja gewohnt, auch im Affekt, wenn ich das mache, da wird schon was rauskommen. Ich bin eh überzeugt von mir. Ja, diese Überzeugung gibt es zu trainieren, oder? Ja, definitiv. Und es muss aber selbst erzeugt werden. Beziehungsweise unterstützt werden, aber es ist immer die Gefahr, dass halt die Eltern dabei stehen und ja, du bist und super und können, ja, ja, aber er muss ja dich selber erfahren können. Und das große Problem ist, meiner Meinung nach, und da nehme ich immer gern das Beispiel mit dem Paul Pius her, der jetzt bei mir VC ist, Selbstvertrauen. Steht ja schon drinnen im Selbstvertrauen zu sich selber aufbauen. Und wie kann man das machen? Indem man Dinge selber schafft im Leben. Not dass die Ötern das machen, der das macht, der das macht, sondern selber einfach eine Herausforderung meistern, die aussichtslos ist, sozusagen.
SPEAKER_04Das ist so wichtig. Und das wird häufig irgendwie in vielen Personal Development-Szenen so ein bisschen verschwiegen, glaube ich, dass man Selbstvertrauen irgendwo, keine Ahnung, ist entweder Gott gegeben oder man kann es sich einfach nur einreden. Nein, nein, nein, du brauchst die Selbstbestätigung, weil wenn ich sehe, das, das, das habe ich gemacht, dann weiß ich es ja.
SPEAKER_00Genau, ich habe nochmal zum Balbius zurück. Ich war in St. Pölten, er hat in St. Pölten gespielt, er war zu Hause im Burgstall. Wir haben uns ausgemacht, dass ich mit ihm hinfahre. Ich war aber in St. Pölten und habe gesagt, du, nein, es ist nicht ausgegangen, dass ich heimkommt, dich abholt, du musst jetzt mit dem Zug ganz alleine das erste Mal vom Burgstall nach St. Pölten fahren. Der hat fast ins Weinen eingefallen. Wie soll ich das machen? Ich habe das noch nie gemacht. Dann haben wir ihm das erklärt, sitzt rein, passt und fertig. Der hat das gemacht. Dann steigt er aus vom Zug, kommt aus dem Bahnhof, Hauptbahnhof, St. Pölten raus, auf dem Parkplatz und geht so raus. Denke ich mir, was ist denn da jetzt passiert? Sagt er sofort, Papa, das mache ich wieder. Ich habe fast blärt, aber ich habe das jetzt selber geschafft. Das ist so ein geiles Gefühl, so ein Wahnsinn, wenn es selber was schafft. Da haben die Kinder viel zu wenig Erfahrung oder dürfen zu wenig Erfahrung machen mittlerweile. Weil das, was die Helikoptereltern alles schützen und so selber, selber, selber. Weil da kannst du erst das Vertrauen zu dir selber aufbauen.
SPEAKER_04Und es ist im Unternehmertum oder im Berufsleben ist es nicht anders. Auch da ist irgendwie so eine Kultur, dass man alle beschützen muss, zu Tode beschützen muss. Aber ich habe das sehr oft mit einem guten Freund von mir diskutiert: Spaß an der Leistung zu haben. Wir haben diskutiert bei uns im Tudor Verein: Is Spaß wichtig? Ist Leistung wichtig? Welche Werte sollen da prioritär behandelt werden? And schließt sich nicht aus. Den größten Spaß habe ich dann gehabt when ich nach einem zwei Stunden Kampftraining noch einmal den Berg runtergefahren bin und mit dem Radl tausend Höhenmeter raufgefahren bin und mich oben fast angekotzt hätte. Hab ich gesagt, boah, das habe ich geschafft. Richtig, richtig geiles Gefühl. Und das hat Spaß gemacht, auch wenn es fürchterliche Schmerzen waren. Aber ich habe es mir selbst bewiesen und ich weiss, also eine Sache kann mir aus dem Sport niemand nehmen, dass ich weiss, ich kann mich ziemlich quälen, wenn es notwendig ist. Ich habe eher verlernen müssen, das zu tun.
SPEAKER_00Was ich Schmerzfreiheit haben, viel trainiert, weil das auch ganz wichtig ist für die nächsten Schritte, wenn es viel verletzt ist, das immer schwirkt, dass er dann die Karriere und dann haben wir wirklich gesagt, Schmerzfreiheit. Also nichts zulassen und da bin ich, da hat er Malendin, Gott habe ihn selig das leider schon verstorben, selbst dann ein bisschen bremsen müssen, wenn er nicht geglaubt hat, dass ich so viele Schmerzen ertragen kann, sozusagen.
SPEAKER_04Weil du das Mentaltrainingsthema schon angesprochen hast, das habe ich auch auf meiner Liste unbedingt. Wie kann man sich das vorstellen? Weil wir, also für mich ist es so, du hast es eh auch gesagt, wenn du dir das jeden Tag vom Einschlafen anhörst, zum Beispiel Setze, ich bin wert, was auch immer. Dann macht das natürlich was. Aber jetzt haben wir 24 Stunden, das heißt, 24 Stunden prasseln Informationen auf uns ein. Und gerade in der heutigen Zeit is es ja so, dass wir uns eher auch vor den anderen Einflüssen schützen müssen. Du hast eh gesagt, ja, wie schütze ich mich vor irgendwelchen negativen Kommentaren oder wenn ich die nicht habe, einfach auch vor anderen negativen Gedanken, die mich von meinem Ziel wegbringen. Und da habe ich mir ein Beispiel, das ich sehr spannend und inspirierend fand. Die Geschichte wie Nico Rossberg Formel 1 Weltmeister geworden ist. Ich weiß nicht, ob du die kennst. Der war ja mit Lewis Hamilton im Team und Lewis Hamilton ja Serienweltmeister und einer der erfolgreichsten aller Zeiten. Und er hat gesagt, für dieses Jahr, ich glaube es war eh 2016, wo er Weltmeister geworden ist, hat er alle seine Social Media Accounts gelöscht und ist wirklich all in gegangen. Das heißt, er hat bewusst einfach auch Informationen reduziert. Was mich interessiert ist, wie schaut so ein Mentaltraining aus deiner Sicht aus? Wie viel Prozent des Tages, sag ich jetzt mal, befasst man sich mit, ich bin in meiner Version vier Jahre von jetzt.
SPEAKER_00Also die größte Herausforderung, glaube ich, beim Mentaltraining bzw. beim Gehirnleistungstraining mehr oder weniger ist, du siehst das nicht. Und das ist das, was eigentlich dagegen steht, dass man konsequent dran bleibt im Endeffekt. Also ich arbeite schon längere Zeit mit Klienten zusammen in der individuellen Karriereentwicklung sozusagen und da ist es immer wieder eine Herausforderung, den Klienten anzuhalten, bitte bleib dran, auch wenn du es nicht siehst. Es ist leider halt kein Gym-Training, kein Fitnesstraining, wo du dann sagst, nach drei Wochen lässig, sogar ein schön Biceps. Es ist aber genauso wichtig. Also es wird eigentlich noch immer viel zu wenig Zeit dafür verwendet. Und da würde ich auch Gedankenpflege sozusagen einen ganz, ganz wichtigen Punkt sagen sozusagen. Beziehungsweise auch die Pflege, welche Informationen lasse ich in mein System und welche vertrage ich, also da mal bewusst zu werden, welche Informationen von außen bleiben neutral und werden nicht negativ in meinem System. Und das zu erkennen ist schon ein großer Schritt, zu sagen, ja, das muss ich drauf fernhalten, da darf ich das und das nicht mehr machen. Und das ist kein Wunder von Nico Rosberg, dass der das, dass der das dann letztendlich, wahrscheinlich war das das Ich-Tüpfelchen, zu sagen, hey, ich bin dann in meinem Fokus drin, in meinem Tunnel drin, in meinem Glauben, in meinem Belief. Und dann redet man nicht irgendwann. Wie oft hat er gehört, willst du Weltmeister werden? Und wenn du das nicht wegschalst, ich habe es braucht, also ich habe es vor 12, 13, habe ich es gebraucht. Ja, du bist nicht so talentiert, du wirst das nicht schaffen. Ah ja, bitte. Sagen wir es nur einmal. Das hat man dir sehr oft nachgesagt. Sagen wir es nur einmal. Ja, bist du gleich. Ja, dann mache ich gleich nur meinen extra Kilometer, beziehungsweise die extra 100 Kontakte, die man so ist.
SPEAKER_04Ist es für dich ein Kompliment oder Beleidigung eigentlich, wenn du das hörst? Weil du sagst, du hast. Es ist schon eine Beleidigung, aber nicht Erfolg.
SPEAKER_00Ich herz jetzt nur immer. Du warst ja nicht der talentierteste. Ich war Premier League, 22 Spiele, glaubst du gar nicht talentiert sein, aber was?
SPEAKER_04Natürlich Wigan auch Spieler des Jahres sind.
SPEAKER_00Ja genau, bin ja auch gewählter Spieler des Jahres sozusagen von den Fans geworden. Wenn ich Premier League spiele, dann muss ich auch ein fußballerisches Talent haben. Natürlich, das Problem ist immer, es gibt die verschiedensten. Du bist groß gewachsen, du bist kein Messi. Richtig. Aber man messt ja immer alles an der Offensive, beziehungsweise an den quilligen Offensivspielen im Endeffekt. Aber es gibt ja die verschiedensten Positionen, die verschiedensten Reihen sozusagen, also Defensive, Mittelfeld und Offensive. Aber wenn ich nicht Fußball spielen hätte können, sozusagen technische Fertigkeiten hätte ich nicht in der Premier League spielen können. Aber leider reduziert man es halt immer auf die Skills. Wen kann ich ausspielen? Nein, es geht ja nicht ums Ausspielen. Wenn man einen guten Topipass machen kann, ich kann die Läufe machen, ist das genauso wichtig im Endeffekt. Und das ist halt immer, was du halt dagegen ankämpfen musst im Endeffekt. Aber nichtsdestotrotz ist es, glaube ich, eben auf der mentalen Ebene ganz, ganz wichtig. Was vertrage ich von außen, sonst wegschalten, in den Tunnel gehen und darauf konzentrieren, wo will ich hin, das auf alle Fälle wissen, das ist für mich immer ganz wichtig gewesen. Also ich kann es eben sagen, bei meinem, ich sage jetzt einmal bei meiner schwierigsten Situation, wenn wir da auch das vielleicht besprechen, was mich eben auch beeinflusst hat, wo ich von der Austria weggeschoben wurde zu unter sieben Brunnen-Interwetten in die zweite Liga, das war meine absolut schwierigste Situation. Ich habe dann das erste Match dort gespielt, zwei Tore für den Gegenaufgelegt, nächstes Spiel auf der Ersatzbank in der zweiten Liga. Von einem mehr oder weniger Stammspieler von der Austria oder wirklich an Kaderspieler. Und dann habe ich mir gedacht, eine Woche lang. Auch natürlich gezweifelt. Aber da habe ich dann schon meinen Mentaltrainer gehabt, das aufgearbeitet und von da an einen Vierjahresplan gemacht. Was hat der zu dir gesagt in dieser Situation? Kannst du dich erinnern? Ja, du wirst ein ganz großer. Mitte Fehler. Also ich bin, ich habe da die Saison davor schon gegen einen Lask zwei Tage aufgelegt, da bin ich in den 30-Minute ausgewechselt worden, hat man telefoniert und gesagt, du wirst ein ganz großer. Also grundsätzlich hat er mich bestärkt darin, so schwierig die Situation auch ist, bleib dran. Ja genau, wenn du da drüber gehst und da nicht dich im Prinzip vernichten lässt, oder du schaffst das jetzt nicht mehr, dann hast du verloren. Aber wenn du da jetzt drüber gehst, weil die nur die schwierigsten Situationen, die sind die, was brauchst du damit, wenn du dann weitergehst, die dich dann stark machen im Endeffekt.
SPEAKER_04Das ist spannend. In der Logotherapie würde man das eine finale Vorleistung einfach auch bezeichnen. Du gehst quasi in diesen Vorschuss, ja, Vorschussvertrauen. Und das ist ja auch das, er ist, also du bist ja in deinem vier Jahre in der Zukunft ich gewesen und er aber genauso. In deinem. Also er muss dich ja auch als, sagen wir mal, es ist eine Führungskraft für dich gewesen natürlich, der dir aber auch begegnet, als wärst du schon vier Jahre weiter.
SPEAKER_00Genau. Und der darf halt dann auch nicht zu viel auf die Gegenwart schauen, was da jetzt gerade passiert, sondern hey, Moment einmal. Und das ist, glaube ich, auch jetzt ein ganz wichtiger Teil in unserer Arbeit, weil wir machen es ja gemeinsame Frauen, die eben zu kennen, beziehungsweise auch immer zu wissen. Natürlich, die Gegenwart ist jetzt das, was man spürt, voll, aber du darfst nicht vergessen, wo du hin willst. Das heißt, du musst das immer relativieren können im Endeffekt. Du hast jetzt gesagt, Gedankenpflege und in diesem Tunnel, also du brauchst ein Ziel. Genau. All-in brauchst du auch. Also du brauchst das ist das dritte dann. Das heißt, du brauchst den Fokus und dann brauchst die Entscheidung. Also die Entscheidung, ich zahle einfach auch jeden Preis, der dafür erforderlich ist. Ja, genau. Und aber wirklich dann einen Gedanken. Also die Entscheidung soll dir den einen Gedanken bringen sozusagen. Weil wenn du schon, wenn du zwei Gedanken hast, ist das schon der erste Weg davon, das scheitert im Endeffekt. Super Punkt, ja. Weißt du? Und das haben wir ständig thematisiert, also mit meinem Mentaltrainer. Du schau, dass du in einen Gedanken kriegst. Das ist ja auch beim Ölverschießen. Wenn du den zweiten Gedanken hast, ist schon die Chance, dass du verschierst, sehr hoch im Endeffekt. Das heißt, hab den einen Gedanken, dann ist es sehr realistisch, oder beziehungsweise nicht mehr utopisch und unrealistisch, dass das Ziel rägst. Und da halt immer wieder dran arbeiten. Weil natürlich hast du die Einflüsse, beziehungsweise dann die vertraglichen Herausforderungen, beziehungsweise kriegst du dann die Interessen von anderen Fußballvereinen. Wenn das Einflüsse, musst du dann auf, wenn es scheiße, jetzt muss ich nachdenken, will ich nach Italien wechseln oder nicht? Ja, nein, Premier League. Ja, genau.
SPEAKER_04Und je klarer du das hast, desto eher kannst du dich eigentlich auch immer zurückholen.
SPEAKER_00Genau. Und Allin kannst du. Genau weiß die, ja, das ist der Leuchtturm. Tut möchte ich. Deswegen ist es ja so schwierig, wenn wir die Transformation schon angesprochen haben, wann fange ich mit dem Gedankenkonstrukt an, wie schaut meine Karriere danach aus. Weil das ja wieder ablenkt. Wir verlinken den Fokus und die Energie wieder ab. Also wie da jetzt schon anfangen. Deswegen schiebt man ja das so weit wie möglich nach hinten, im Endeffekt. Und dann kann es aber manchmal spät sein. Es kann schnell gehen. Genau, es kann schnell.
SPEAKER_04Verletzung und man spürt es aber wahrscheinlich irgendwo, oder? Glaube ich. Also nicht alle. Nicht alle.
SPEAKER_00Wenn ich das jetzt anhme, nachbetrachtet zu mir, ich meine, ich war mit 33 noch nie so fit wie mit 33. Ich meine, ich war wirklich, also ich kann mich nur erinnern, ich habe das letzte Training gemacht beim HSV. Dann war da, habe ich meinen Sonnen, haben wir so Höhsche gespielt und habe gesagt, du Jungs, vier dich, das war halt mein letztes Training, ich höre auf ins Fußbüler. Die sind da gestanden. Paul Bosos gesagt. Wie kannst du jetzt aufhören? Das ist der fitteste Spiel in unserem Kader. Ja, und habe mich gefällt nicht mehr, wie geht das alles am Arsch?
SPEAKER_04Ja, ja. Ja, stimmt. Das heißt, dieses All-In braucht einen klaren Anker. Das finde ich, diesen Ansatz mit den zwei Gedanken finde ich großartig. Also einfach auch aus der Brille heraus betrachtet, wenn man wieder zu dieser Reizüberflutung der heutigen Zeit kommt. Oder der Möglichkeitenvielfalt, den du jetzt auch bei Kindern betrachtest. Also bei uns im Schuderfreund sind über 200 Mitglieder mittlerweile und das sind auch, glaube ich, 70, 80 Prozent sind Kinder und Jugendliche natürlich. Und bei denen es auch, der macht nebenbei noch, spielt der Fußball, Ballett, musiziert, geht in Schul, trifft Freunde.
SPEAKER_00Ich meine, das zu einem gewissen gewissen Alters, zu einem gewissen Alter, so dass man es rauskriegt, ist es in Ordnung. Ich bin ein totaler Fan von Multi. Ja. Pullisportiver ausgemacht. Pull-sportiver ist extremst wichtig. Also ich bin der Meinung, umso mehr Erfahrungen du in den verschiedensten Sportarten hast, weil Fußball sind so viele verschiedene Bewegungsorten, du hast dann Sprint, du musst das da, du musst das abbremsen, hüpfen und keine Ahnung. Und dann hast du den Ball noch dazu. Und umso mehr du da an Erfahrung sammeln, umso mehr bist du vorbereitet, meiner Meinung nach, auch Entscheidungen selbst am Fußballfeld zu treffen im Endeffekt. Aber nur wann, wann muss das umstellen? Das ist immer die Frage. Irgendwann musst du dann umstöhen und wirklich, ich sage jetzt mal, in die Strassen einbirgen, die dich dann dort hinbringt, was sie wüsste im Endeffekt.
SPEAKER_04Jetzt ist im Sport das eine, im Beruf machen das manche ja ihr Leben lang nicht.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00Viele. Beziehungsweise, wie du eben auch schon eingangs besprochen angesprochen hast, sie konzentrieren sich dann halt nur auf dem, was außerhalb ist, auf das Wochenende zum Beispiel. Genau.
SPEAKER_04Arbeit ist nur für Geld da und damit ich mal diese zwei Tage dazwischen finanzieren kann. Und das finde ich unglaublich schade, weil es geht darum, dieses, gerade jetzt in Zeiten der KI, wir haben durch ganze, sagen wir jetzt mal, die Dampfmaschinenerfindung und Eisenbahn und so weiter haben wir alles Maschinelle schon längst von uns Menschen wegbekommen oder fast alles. Es gibt nur ganz wenige Sachen, die wir wirklich noch nicht von der Robotik ersetzen haben lassen können. Aber jetzt kommt mit der KI natürlich auch alles, was sich bei uns im Kopf irgendwie abspielt. Das Nachdenken und die Gedankenwelt wird jetzt auch irgendwie noch outgesourced. Und jetzt stellt sich umso mehr die Frage, das ist viel, viel, viel, vielseitiger, viel, da ist bringt es auch nicht raus, vielseitiger als wir. Und das Thema Spezialisierung wird umso wichtiger, weil erst dann kann ich auch irgendwo Selbstvertrauen bekommen, wenn ich wirklich weiß, das will ich machen, darin will ich gut werden, darin bekomme ich laufend dann einfach auch Bestätigungen, weil ich offensichtlich immer besser werde, weil ich mich auf einen spezialisiere, so wie der Position im Fußball. Und viele Menschen, habe ich das Gefühl, die erfahren das nie, weil sie sich nicht entscheiden, wo will ich hin, was möchte ich denn erreichen, was ist mir wirklich wichtig. Und ja, dann schreibe ich halt am Abend Reals stundenlang oder schon der Job auf die Nerven geweiht oder was anderes. Aber alles so halbherzig.
SPEAKER_00Ich bin der Meinung, das basiert halt dann auf den Erfahrungen in the Kindheit, beziehungsweise Jugend, beziehungsweise natürlich socially unfreddisch or a news in the principal life unpackstone. von dir aus von innen heraus entscheiden musst, bin ich jetzt auf dem Planeten, damit ich nicht, dass ich Ego bin, aber dass ich das mache, was ich am besten kann oder wo ich am besten Freude habe und was bewegen kann im Endeffekt.
SPEAKER_04Würdest du sagen, ist das ein Konstrukt unserer Gedanken, so wie du sagst, okay, ich schaue in vier Jahren oder in fünf Jahren oder in acht Jahren, wo auch immer, möchte ich da und da und der und der sein? Oder ist das etwas, was ich herausfinden muss durchs Tun selbst?
SPEAKER_00Weißt du, was ich meine? Ja, weiß ich schon. Nein, ich bin schon der Meinung, dass das, also ich habe es jetzt erlebt nach der Karriere, wenn du das nicht wirklich herunterbringst und definierst und fokussierst und nur durchs Probieren, also ich bin jetzt zum Beispiel Charakter, ich bin ein Fisch. Dort sind ein paar Charakterzüge, da ist der große Ozean. Und umso mehr probieren kann Möglichkeiten, aber wenn ich da nicht einen Fokus herkriege, dann probiere ich alles. Und ich krieg's aber dann nicht am Boden, so wie man sich vorstellt in der heutigen Zeit, dass man es auch in ein Kapital umlegt oder so irgendwas, sondern da. Und ich habe es auch in der Karriere manchmal später hinaus sozusagen immer wieder erfahren, wenn da nicht der komplette Fokus, dann habe ich auch einen Platz nicht gewiss, was ich machen soll, übertrieben gesagt sozusagen. Da habe ich auch dann zu viele Möglichkeiten gesehen im Endeffekt. Also für mich ist es unbedingt wichtig, sozusagen das wirklich zu fokussieren. Und das versuchen wir jetzt auch, das habe ich da zu stehen, wenn ihr mal draufschauen wollt, im Endeffekt, speziell da eben Partners for Life. Fußballarena Punktation. Ja, genau, also das ist was eigentlich, aber bei den Partners for Life, da schauen meine Frau und ich die Erfahrungen, die wir gesammelt haben, sozusagen eben weiterzugeben. Natürlich jetzt eher im Fußballumfeld, da eben auch im familiären Fußballumfeld das eben langlebiger zu machen. Weil für mich war das immer ein ganz, ganz wichtiger Wert, meine Familie im Hintergrund, beziehungsweise das ist eine Säule gewesen, dass der Fußball nicht funktioniert hat, so wie man den vorgestellt habe. Ich hätte das sicher nicht so gemacht ohne Familie.
SPEAKER_04Ist auch großartig in deinem Buch beschrieben, also kann ich irgendwo empfehlen, du hast gesagt, das ist glaube ich ausverkauft, aber wer es irgendwo gebraucht bekommen kann, kann ich es nur echt empfehlen, dass das einfach auch eine tragende Säule von der Karriere war. Und welche Schwierigkeiten da auch zu bewältigen waren.
SPEAKER_00Total. Also wir sind natürlich in der du selbst über Grenzen gegangen bist. Voll. Total. Und auch natürlich meine Frau und meine Kinder, wir sind da noch in einer Generation aufgewachsen, wo man sagt, ja, Augen zu und durch, das gehört jetzt so, da brauchst du jetzt nicht jammern oder so irgendwas, das besprechen wir jetzt nicht genau. Sondern das ist die Rollenverteilung gewesen sozusagen. Jetzt nachbetrachtet, haben wir aber den Erfahrungsschatz sozusagen aufgebaut, hey, es hätte noch wesentlich mehr herauskommen können bei meiner, also ich als Frontkämpfer sozusagen, wenn ich die komplette Energie von der Familie mitgenommen hätte. Also mein Mentaldrainer war ich auch, ältere Generation, auch Rollenbild, da der Mann bringt das Geld heim und macht eben draußen ein paar Höhe, wenn man so sagt und macht die Schritte und die Familie unterstützt ihn. Ist es nicht das gewesen, wo man jetzt sagt mit der Erfahrung, hey, wenn wir so zusammengearbeitet hätten, dann hätte es viel weniger Missverständnisse noch gegeben und so weiter und so fort. Also wir sind davon überzeugt, wenn das wirklich harmonisch gut kommuniziert ist, also das ist ja immer so ein Thema Kommunikation ist ja ganz, ganz wichtig, auch in einer Führungspersonposition sozusagen, Kommunikation ist ja im Prinzip fast alles, zu sagen, dass da jeder sein Bestes reinbringen kann, seine Energie reinbringen kann, damit man dann die Träume leben kann, die man sich vorstellt.
SPEAKER_04Wenn du das Kommunikationsthema jetzt angesprochen hast, gibt es eine Statistik, wenn man die Leute nimmt, die gekündigt haben einen Job, dann sagen 42% der Leute, der Arbeitgeber hätte etwas tun können, um das zu verhindern. Das ist relativ witzig. Und jetzt sagt man vielleicht, okay, die Hälfte davon wollte der Arbeitgeber eh nicht halten, das ist ja legitim, gibt's, aber die andere Hälfte wollte er vielleicht halten. Aber es hat über drei Monaten teilweise niemand ein Gespräch mit ihnen gesucht. Und dann gibt es andere Statistiken, die sagen, wenn du innerhalb von einer Woche einmal mit einem Mitarbeiter, auch wenn es nur fünf oder zehn Minuten, ein vernünftiges Gespräch führst, dann steigt die emotionale Bindung zum Arbeitgeber und damit natürlich die Leistung und das Engagement um das Vierfache. Genau dazu habe ich eine App entwickelt, die genau das unterstützt und Führungskräfte genau dabei quasi als Sparingpartner zur Seite steht. Weil es einfach so häufig passiert, dass Gespräche aufgeschoben werden und man sich dann eigentlich nicht um das größte Kapital kümmert. Du hast das auch im Buch geschrieben, das Kapital, das ja Vereine haben. Mal schauen, ob ich diese Szene, die habe ich mal rausgeschrieben. Wovor war das nochmal? Du hast über das größte Kapital, glaube ich, geschrieben von Vereinen. Genau, da ist das. Du hast geschrieben, Vereine zahlen ablösen in Millionenhöhe und Gehälter über Top-Manager-Niveau. Und dann tun sie für den Menschen dahinter fast nichts, außer ihn professionell trainieren zu lassen. Da liegt enormes Kapital brach.
SPEAKER_00Total. Also ich habe eine UEFA-Ausbildung gemacht vor einigen Jahren. Und das war eigentlich mein Hauptthema, auch für die Masterarbeit. Das ist eben, wie hole ich jeden individuell so ab, dass er funktioniert. Und da baut ja eben auch der Detlasso mehr oder weniger auf. Das ist ja das, er kennt sie im Fußball nicht aus, also ein Footballcoach. Aber da geht es darum, wie holt man jeden einzelnen und ich weiß, dass das schwarz, natürlich brauchst du auch dann die personellen Ressourcen, die Ansprechpartner, die das herauskitzeln. Ich bin der Meinung, dass noch immer ganz falsch investiert wird. Auch in der heutigen Zeit, da wird eher der XG-Wert angeschaut, wie viel Expect Wert oder keine Ahnung, die Laufleistung und so Sachen. Ja, das ist das, was dann runter rauskommt im Endeffekt, wie du den Menschen dort einpflegst in das System, beziehungsweise ihn auch aufblühen lässt, im Endeffekt. Und mir kommt halt hier, es gibt sozusagen ein, zwei Auserwählte, die außergewöhnlich talentiert sind, die dürfen spielen, was sie wollen, dürfen spielen, so wie sie wollen oder wie sie können. Und alle anderen sind dann Zuarbeiter. Also unterm Strich, natürlich ist es erfolgreich auch, weil wenn du einen super innovativen Spieler hast, dann bist du super erfolgreich. Aber ich sage jetzt einmal langfristig, beziehungsweise für den gesamten Erfolg bin ich der Meinung, bist du noch immer besser, wenn du die ganze Gruppe, die ganze Mannschaftler, 100% ist utopisch, dass du ausbringst, aber so hoch wie möglich im Endeffekt bringst prozentuell, dass der, ja, ich habe es immer so gesagt, wenn du 49% du selber bist, dann wirst du keine Kerei machen. 51% soll es zumindest sein. Weil du hast natürlich die Einflüsse, du hast die positionellen Herausforderungen, die Füße, die Spielanlage und so weiter und so fort. Natürlich, zu einem gewissen Maß musst du dich einfach unterordnen. Das ist halt Fußball im Endeffekt. Aber wenn du dann unter die Dings, die 50, meiner Meinung nach, Prozent fallst, dann kannst du das vergessen, dann kriegst du keine Leistung.
SPEAKER_04Dann verschwimmst du im Einheitspreis. Und bringst einfach, also was ich so spannend finde, ist wie, also im Fußball, ich liebe es ja einfach in sport, das Thema Leadership to beobachten, weil du by an trainer wechseln these interviews hast. Du wise wie your manschafts sprechen, du wise wie your speel sprechen, du wise which Maßnahmen they setzen, when they spielen lassen. Yeah, you see not all this image, but you can sehr viel herauslesen. And so unglaublich beeindruckend to see when a trainer eine Mannschaft formed and what then often rauskommt. And in der Regel passiert das nicht schnell, sondern es braucht ja Zeit. Total. Du musst die Beziehungen aufbauen. Diese Folge wird unterstützt von Leadwords. Weil Führung ist ein Handwerk und ein Handwerk ist erlernbar. Leadwords ist dafür der tägliche Begleiter im Führungsalltag und hilft dir dabei, die richtigen Worte zu finden, um jeden Tag als Führungskraft ein Stück weit besser mit deinem Team kommunizieren zu können. Den Link findest du in der Beschreibung und jetzt zurück zur Show. Was hast du da für Erfahrungen gemacht in der Frage?
SPEAKER_00Ja, das ist glaube ich in der heutigen Zeit genau das Thema. Das passt mit schnellen Fußballgeschäft. Ja, also ich glaube, Halbwertszeit ist irgendwas zwischen drei und sechs Monaten. Das musst du mal auf der Zunge zergehen lassen. Da brauchst du dann noch nicht einmal drüber nachdenken, dass du irgendwelche menschlichen Komponenten aufbauen kannst. Deswegen verstehe ich sie auch auf der anderen Seite, dass sie nur auf andere Statistiken und technologischen Errungenschaften bauen, weil sie da hoffen, dass sie Zeit rausschlagen im Endeffekt.
SPEAKER_04Ja, stimmt, das ist ein guter Punkt, ja, man muss argumentieren können, was passiert. Aber wie du richtig sagst, es ist wie ein Mentaltraining. Wenn du es richtig machst, erkennst du die Effekte nicht schnell. Sondern die sind dann hinten raus. Das ist wie ein Zinseszinseffekt eigentlich. Ja, genau.
SPEAKER_00Und was mich am meisten stört im modernen Fußball, größtenteils, was von der Technologisierung sozusagen dagegen spricht, ist, du spielst dann nicht mehr energetischen Fußball. Verstehst du? Emotional. Emotional, nicht nur emotional, sondern auch, dass das dann zusammenspielt. Die ganzen Positionen, die Laufwege. Man sieht die Verbindung jetzt nicht offensichtlich, aber das sind so energetische Verbindungen, die dann verloren gehen, weil man dann sagt, wir gehen jetzt auf Ballbesitz und spielen von dort dann wieder weg, und dann ist das ganze Spiel kaputt. Beziehungsweise die ganze Situation kaputt, die Energie ist tot. Das heißt, das ist jetzt immer öfters zu beobachten, sozusagen, dass dann so richtig wie dir, jetzt weiß keiner mehr, was er machen soll.
SPEAKER_04Und dann gibt es ja dieses spannende Phänomene, habe ich auch letztens irgendwo die Statistik gehört, ich habe es mir leider nicht ganz genau gemerkt, aber wenn du ein Tor kassierst, passiert es ja ganz häufig, dass du dann auch gleich eins schießt den Ausgleich. Das ist ja irrsinnig häufig. Also ich weiß nicht in wie viel Prozent der Fälle, innerhalb von zwei Minuten oder so, fällt der Ausgleich. Das ist ja auch keine Frage, die du berechnest. Das ist eine Sache, die passiert, weil sich ein Team sagt so, und das andere Team sagt aber, ja, wir haben es geschafft. Auf einmal, nicht mal so vorsichtig.
SPEAKER_00Ja, genau. Tugenden fallen weg. Und das wird noch. Also natürlich ist es ein sehr schwieriges und breites Feld, die menschliche Komponente, sagen wir jetzt einmal, weil es ist ja fast unergründlich. Du weißt, wie groß das Unterbewusstsein ist im Wahnsinn im Endeffekt. Aber für mich ist es genau der interessante Unterschied, den du aufbauen kannst, wenn du Zeit bekommst. Sei es auf dem Fußballplatz oder in einer Firma. Verstehst du, wo du wirklich, sagen wir mal, ein Team formen kannst, die über die Grenzen hinaus, beziehungsweise über das Vorstellbare hinaus performen kann dann im Erzähler.
SPEAKER_04Ja, die quasi ihre menschliche Komponente so einbringen, dass sie sich selbst transzendieren und diese Leistungsorrichtigung drin haben. Was waren so Trainer, die du vielleicht selber kennengelernt hast oder erlebt hast, wo du sagst, der macht das, der macht das so weiter.
SPEAKER_00Es waren leider ganz wenige, weil das natürlich ein sehr schwieriges Feld ist und die auch nicht die Ausbildungen kriegen. Da kriegst du jetzt bei der Tränausbildung auch nicht den optimalen Level, wo du mit Psyche, Personen, menschlichen Charakteren umgehen lernst im Endeffekt. Du bist ja eh auch auf der technischen Seite welche Übungen und so weiter und so fort. Aber definitiv, wer Irsenik einflussreich war, das habe ich glaube ich eher geschrieben, ist der Christoph Damp. Ja, so schlimm. Also der war sehr charismatisch, aber total, also das war wirklich der erste Trainer im Profibereich, der interessiert war an dem Spieler, wo willst du hin? Was sind deine Ziele? Das haben wir vorher noch nie, also war noch relativ jung, das war 2002 war das, wo er die ganzen Gespräche geführt hat mit jedem Spieler, aber wo das einmal gefragt hat, hey, wo willst du hin, weil was träumst du und so weiter und so weiter. Und das war irrsinnig beeindruckend. Und das andere, was er halt wirklich auch gesehen hat, ist, auch ein Missionär sozusagen, seines Zeichen, der dann in einem was sieht, beziehungsweise die Bestätigung kriegst vom Trainer, dass der das ähnlich sieht wie du selber sozusagen. Also ich war eine irrsinnige treibende Kraft auf der Seite, das war ich im Meisterschaftsjahr sozusagen, ich habe 32 Spiele gemacht vor 36 und bin halt marschiert, marschiert, aber witzigerweise hat dann eher einmal den Aussage, ich stehe neben Pauli, auf der Seitenlinie eineinhalb Meter, ich schreie an und er hört mich nicht. Er macht einfach, was er will. Aber es gefällt mir.
SPEAKER_04Ja, also ich glaube, das braucht es auch, oder? Wenn du die Stärken nutzen willst, dann musst du sie auch loslassen.
SPEAKER_00Also ich habe noch keinen Spieler gesehen, der von sich aus schlecht spielen will. Oder nicht will, dass sein Team gewinnt sozusagen. Also es ist ja so, und da musst du drüber stehen. Genau. Als Führungspersönlichkeit sozusagen.
SPEAKER_04Das hat ja Morinho, glaube ich, auch über Cristiano Ronaldo gesagt, der hat gesagt, den musst du ja nicht motivieren, ja. Da brauchst du nichts tun. Voll.
SPEAKER_00Ich habe immer wieder mal gehört, Ball, ruhig, du musst nicht übrig sein. Das habe ich aufgehört, auch nicht noch. Wirklich? Was du alles wüsst und ja, weil geht schon.
SPEAKER_04Ich habe diese Geschichte bei der Austria sehr beeindruckt, einfach auf, wo du das erzählt hast, wo ich mir gedacht habe, wo du drüber berichtest, dass du Zusatztraining geschoben hast und dann kommt der Zeug was und droht dir an, deine Sachen nicht zu waschen, wenn du dich gleich aufhörst. Wo ich mir auch denke, okay, das ist das Kapital von diesem Verein. Das sind Profisportler und da ist einer da, der wird, den musst du nicht treten. Der will selbst und du sagst, ey, komm, unangenehm. Also das habe ich auch gedacht.
SPEAKER_00Ich meine, man hättest da leider Wiedergang und gäbe durch die Sportwissenschaften. Nicht übertrainieren, hohe Zeiten einhalten, finde ich überhaupt nicht. Also das muss man auch wieder differenzieren. Also man muss so viele sich Dinge differenzieren. Ja, das ist so im Jahr. Also das sieht man zu einheitlich. Eben zwischen Kinderfußball und Profifußball oder Erwachsenenfußball. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe und das will man aber alles immer vermixen. Das finde ich sehr schwierig. Dass wir da wirklich dann so weiterentwickeln, dass wir auch international konkurrenzfähig bleiben.
SPEAKER_04Was mich noch interessiert, du warst ja jetzt auch schon Trainer in unterschiedlichen Rollen, was waren den so, wenn du jetzt sagst, mit deinem Know-how, mit deinem Ansatz, mit deiner Philosophie, was waren denn so Maßnahmen oder ja, was wären so deine Top-3 Maßnahmen, wenn du sagst, ich übernehme jetzt ein Team. Was würdest du als erstes machen?
SPEAKER_00Ich habe es jetzt einmal gemacht, schon im Winter, jetzt bei SC Kiel war ich ja ein halbes Jahr in der ersten Landesliga. Und da war mal das Allerwichtigste, mit jedem im Einzelgespräch gehabt zu haben, bevor die Saison eigentlich startet. Also wir haben das auch gemeinsam gemacht, meine Frau und ich, weil das auch als Reflexionsfläche für mich ganz wichtig ist, was haben wir da für Informationen bekommen, wie das einordnen und so weiter. Aber es ist ganz, ganz wichtig, weil wir ein Riesen, also zwar drei Seiten, Fragebogen, aber ganz, ganz schräge Fragen auch dabei. Ja, wirklich, als ein Beispiel. Was habe ich jetzt, Lieblingsfilm und so, weil wir das auch gern einbauen, was das ist, Filme haben auch immer wieder Botschaften dahinter, warum sichert man das gern und so weiter und so fort. Aber was ist der Trumpberuf abseits eben des Fußballs, weil es ja Amateurbereich ist und so weiter. Oder was ist dein Lieblingsessen, was ist dein Lieblingsurlaubsziel und so weiter und so fort. Also einfach ein bisschen ein größeres Bild. Was ist dein Lieblingsfilm? Mein Lieblingsfilm. Ja, das hat sich verändert. Während meiner aktiven Karriere natürlich, um zu pushen Brayfahrt. Ganz, ganz wichtig, Brayfahrt. Schlagt. Das war irrsinnig inspirierend. Dann definitiv war immer wieder ein Cool Runnings Thema. Das heißt, das, was man ein bisschen zugesprochen hat, weniger talentiert, du schaffst es sowieso nicht. Aber es ist vieles zu schaffen, wenn man daran glaubt und daran arbeitet im Endeffekt. Jetzt im Übergang war es so, beziehungsweise wenn man das auch ein bisschen so entspricht, beziehungsweise auch der Hintergrundvorbild zu sein für die Jugend, man lernt nicht aus mit Ian Hathaway und mit Robert De Niro, wo er als Pensionist ein Praktikum macht.
SPEAKER_04Oh ja, den kenne ich doch.
SPEAKER_00Und dann eben der Mentor wird von der jungen Chefin sozusagen, den habe ich auch schon hundertmal gesehen, mehr oder sich. Bei mir war es immer Rocky. Der Kampfsportler war es natürlich relativ klar. Aber viele andere, also die Cass-Serie sozusagen, Nightning McQueen, ist eigentlich lässig. Der überhobene Superstar und kommt dann noch ein bisschen auch umhe, was ist eigentlich wichtig und wo bist du vielleicht nur erfolgreich und so weiter. Okay, also Fragebogen, was wären die anderen zwei Maßnahmen so, die du da quasi um natürlich die Einordnung, auf welchem Level bewegen wir uns jetzt? Das heißt, ich war jetzt da erste Landesliga, da brauche ich nicht über professionelle Struktur, also professionelle Dinge nachdenken, die im Profifußb notwendig sind. Aber das wird so oft vermischt. Es wird schon so oft vermischt, wo sie dann eigentlich, wo ich dann den Sinn nicht dahinter sehe, die gehen 40 Stunden, 45 Stunden Arbeiten in der Woche, gehen dann dreimal trainieren, haben dann ein Match und dann tust das zuschütten mit dem, was im Profibereich ja eh eine Unterstützung ist. Also ich würde die Freit verlieren. Also da geht es von mir aus und würde sagen, hey, drehen und los mit Ruhe mit dem, ich möchte einfach nur kippen. Wir sind natürlich in einer anderen Generation, die wollen viele Informationen nicht, definitiv. Aber was ich halt dann eben rausgefunden habe, ist, und das dritte ist einfach eben die Zeitkomponente immer wieder herauszustreichen. Geduld walten zu lassen, lasst es sich entwickeln, ja genau, Ruhe, Ruhe vermitteln und zu sagen, ja, der Kind war in der Abstiegssituation und da das auch einschätzen zu lernen, was kann man jetzt in dieser Situation wirklich entwickeln. Oder ist jetzt ein Moment der Stopp, weil da ist so viel Stress da, so viel Druck da, die Liga zu halten. Da brauche ich jetzt nicht in die Entwicklung gehen, sondern schauen einfach, dass wir Energie aufbauen für die neiche Saison, das heißt, in der Liga bleiben und dann, wenn die Energie da, weil wir es geschafft haben, die Energie hoch ist, jetzt kann ich alles einhauen in die Entwicklung. Also das heißt, ich muss als Führungsperson lernen, das zu sehen, was ist jetzt möglich, was kriege ich in das System von den Spielern rein, beziehungsweise von den Mitarbeitern nämlich.
SPEAKER_04Ja, also das sehe ich ganz genauso. Das Problem ist gerade im Berufsleben sehr häufig so, dass die Führungskräfte dann halt so unter Druck sind. Also du kriegst halt voll von oben und sie geben ihn weiter. Aber genau als Führungskraft, wenn du irgendwo in einer Sandwich-Position bist, zweite, dritte, vierte Führungsebene, wo auch immer, du musst abfedern. Du musst deine Leute schützen. Ja, das ist nicht leicht, das ist anstrengend, weil dein Job hängt auch dran, vollkommen klar. Aber so ist es nun mal. Also das kannst du nicht anders. Also selbst oben musst du ja viel abfedern, weil was glaubt man, was ein C-Level-Führungskraftvorstand, der hat auch, an dem wird gezerrt gerissen ohne Ende. Wenn der das alles weitergibt, werden seine Leute auch nicht performen. Leider passiert es aber zu oft, dass der Druck 1 zu 1 weitergegeben wird. Und das nimmt dann ein Stück weit die Freude, wie du sagst. Und das verhindert dann, dass die Leistung nachfolgen kann. Ja, genau. Ich habe eine Frage mitbekommen von einem unserer Sponsoren vom Podcast, der Gregor Weiß von TalentChark, der hat eine Frage an dich, der ist ein Headhunter und wollte von dir wissen, woran erkennst du zum Beispiel ein echtes Top-Talent und was unterscheidet jetzt jemanden, der wirklich außergewöhnlich gut ist, von jemandem, der ist okay.
SPEAKER_00Das sind wir jetzt beim Fußball, ne? Ja, generell.
SPEAKER_04Vom Charakter her. Also ich vertrete ja immer die Ansicht, Higher Character, Train Skills. Richtig. Und es wird im Fußball eben sein.
SPEAKER_00Was glaube ich ganz ausschlaggebend ist, wie intrinsisch motiviert ist, beziehungsweise wie selbstverantwortlich diese Person. Schon auch in den jüngeren Jahren im Endeffekt. Also man sieht eigentlich von den verschiedensten schwierigen familiären Herausforderungen, ich nehme jetzt mal Entscheidung her, ich habe es jetzt selber nicht erlebt, Gott sei Dank. Wo sich Kinder relativ rasch auf eigene Beine stellen müssen, weil es eben zerrüttete Familienverhältnisse haben, dass die, wenn die das in positive Energie umformen können, sozusagen, also nicht negativ sagen, scheiße, und ich gehe ins Negative, sondern ins Positive stöbe ich drauf und nehme das. Das ist der entscheidende. Die entscheidende charakterliche Eigenschaft, zu sagen, hey, selbstverantwortlich, intrinsisch motiviert, gehe ich meinen Weg. Im Endeffekt. Also da schaue ich sehr, sehr drauf. Wie auch jetzt bei Fußballern, bei Kindern, du kannst es nämlich so schwer sagen, der kann natürlich super technisch sein, aber wenn der immer alles den Ausdruck zum Arsch getragen kriegt und nichts selber machen muss, der wird irrsinnige Probleme haben, wenn es wirklich ernst wird. Wenn da dann wirklich Seifenspecken reinkommt.
SPEAKER_04Jetzt fehlt mir da Überhaupt der Einblick natürlich, wie das im Fußballbereich ist, ja, aber wie funktioniert da im Scouting, es wird da auch sehr viel auf die charakterliche Komponente Wert gelegt oder zu wenig?
SPEAKER_00Erstens ist körperliche Komponente und zweitens ist dann mehr oder weniger technische Komponente. Und da wird es aussortiert ab zehn Jahren. Eine absolute Katastrophe, meiner Meinung nach. Also wenn du schon mit zehn Jahren irgendwen aussortieren willst, also das kannst du gar nicht. Weil du weißt nicht, du weißt nämlich nicht, was bei diesen Menschen passiert während dem Weg. Da kann der Durchschnitt sein. Ich sage es immer, aber wenn der einen Vogel kriegt. Oder besser gesagt, wenn der einen Fokus kriegt und für sich selber drinnen entscheidet, hey, jetzt gebe ich Gas, kann der alles schaffen. Alles aufholen. Alles aufholen. Und dort haben wir aber zu früh aussortiert werden. Also ich bin der Meinung, dass das halt, ich sage jetzt einmal in der Talententwicklung oder Talentförderung, da schießen wir uns ein bisschen ins eigene Knie.
SPEAKER_04Wie schafft man das jetzt in einem Team, dass man die Individualisten, die sagen, okay, ich bin leistungsorientiert, ich will Gas geben, ich will was tun, in Einklang bringt mit den gemeinsamen Zielen, mit dem großen Ganzen. Wo ist da, das ist für mich noch, du hast jetzt vorher diese 51, 49 Prozent gesagt. Aber was braucht es da aus deiner Sicht? Wie habt ihr das, oder was hast du da für Beispiele vielleicht einfach auch selbst erlebt, wo ihr das gut gelöst habt in anderen Teams? Weil du warst ja teilweise lange bei unterschiedlichen Vereinen.
SPEAKER_00Ja, es ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass man den Karriereplan bzw. die Zielplanung von dem Spieler selber oder von dem Major.
SPEAKER_04Lass mich die Frage anfordern, ich ziehe sie zurück. Du warst sechs Jahre gewalt bei Weegan?
SPEAKER_00Ich war, nein, ich war viereinhalb Jahre bei mir.
SPEAKER_04Viere Jahren. Wenn man jetzt zurückgeht an die Zeit, wo du bei Weegan warst, was hat euch da als Team so ausgezeichnet, dass du es dann einfach auch geschafft hast, mit deinen individuellen Zielen zu sagen, okay, ich bin ein wertvoller Teil der Mannschaft und die Mannschaft profitiert aber davon.
SPEAKER_00Weil darum geht es ja im Endeffekt. Also wir haben da zwei Phasen gehabt, das war am der Anfang, das waren dann ein ganz anderes Wiegan. Die sind ja aufgestiegen von der Championship bzw. sogar von der League One durch. Und dann bin ich da zu einer Gruppe gekommen, die schon gemeinsam den Aufstieg gefeiert hat. Nur mit punktuellen Verstärkungen sozusagen. Und das war wirklich nur ein eingeschworener Haufen. Es ist auch daran, also es ist dann dort resultiert, dass wir im Finale vom League ab waren. Irgendwo, wo ich mein erstes Tor geschossen habe gegen Arsenal im ersten Lake, sozusagen First Lake, Semifinale, habe ich das Tor geschossen und sind ins Finale sogar gekommen, in der ersten Saison in der Premier League. Und die waren sogar, das hat mich auch so beeindruckt, warum ich dann auch bei Wegan unterschrieben habe, die waren bis Weihnachten die Top 5 als Aufsteiger. In der Premier League. Top 5. Unglaublich. Also die haben da wirklich eine Energie drinnen gehabt, sozusagen. Das hat funktioniert. Natürlich hat sich das dann verändert. Man sieht jetzt, da ist fast gar kein Kind mehr drinnen in den Mannschaften. Das ist dann wieder ein anderer Zugang gewesen. Da geht es dann viel darum, wie holt man die Spieler von der individuellen Zielplanung, beziehungsweise wie gleicht man das auch mit dem Club? Und das war in Wegan besonders schwierig. Weil Wegan hat im Prinzip immer nur das Ziel gehabt, beziehungsweise der Besitzer, der Dave Willen, der Präsident, Premier League-Status halten, fertig. Das nicht. Mehr brauchen wir nicht. Wenn wir UEFA Cup qualifizieren, rotes Licht, ganz gefährlich aus dem Mahlstein. Verstehst du? Das heißt, wir haben eine Saison gehabt, da hat er die drei besten Spieler, mehr oder weniger bis auf mich, hat er verkauft, dass man ja nicht UEFA Cup spielt. Wirklich. Da hat er noch Geld gemacht, aber wir sind dann Zehnter geworden, was ihr sicherer 10. in der Bremer League fertig. Und das hat mir natürlich extrem so aufgeschossen. Ich möchte ja Ulfa Cup spielen, sogar eine Champions League, weil er mit Veganer Champions League vorstellt. Warum soll man das machen können? Aber hat der Club null Interesse gehabt, im Endeffekt. Und das ist dann der Spagott, der zu machen ist, beziehungsweise wenn du dich in einer Struktur dich hocharbeiten musst, so wie ich, weil ich bin jetzt da nicht in Spanien bei Barcelona geboren. Weil das war natürlich immer das Schönste, was du an Club hast, da bleibst du ewig. Ja, ja. Genau, wenn alle deine Ziele, deine Zielträume oder deine Träume erfüllt, perfekt. Aber das ist halt nur bedingt möglich. Sag jetzt mal in Österreich gar nicht möglich. Wenn du jetzt international spielen willst, mehr oder weniger auf richtig Top-Niveau, was du fast gewinnen willst. Und deswegen musst du dann halt dann, ich sage jetzt einmal, die Ziele definieren wie eben Premier League, und schauen, wie geht es dann weiter. Wiean hat er mit so beeindruckt, weil sie den Weg super, so ähnlich gegangen sind wie ich. Aber wie geht es dann weiter im Endeffekt? Das heißt, Wiean war dann eben, da war ein Plafon erreicht, wie ich dann gemerkt habe, sie wollen ja nicht einmal international spielen, sondern einfach nur den Ligastatus holen.
SPEAKER_04Jetzt wollte ich nochmal kurz zu diesem Mentaltrainingsthema auch zurückkommen. Weil ich glaube, das ist einfach ganz spannend, weil wir haben jetzt schon gesprochen, einfach auch diese Gedankenpflege einfach auch zu betreiben und zu schauen, dass du ein klares Ziel hast. Wie schaut jetzt so ein. Was mich noch interessiert ist, wie viel Prozent einer Trainingszeit würdest du sagen, ist gut für Mentaltraining zu investieren? Kann man das sagen, wenn du so eine durchschnittliche Woche jetzt zum Beispiel eine Trainingswoche hernimmst?
SPEAKER_00Also viel wichtiger als die Zeit ist das Regelmäßige. Also das ist, glaube ich, das alles Entscheidende. Ob das jetzt nur drei Minuten sind oder 20 Minuten, natürlich kannst du in 20 Minuten vielleicht noch mehr um. Aber es ist viel gescheiter, wenn du drei Minuten regelmäßig, also im Prinzip jeden Tag machst, als wir 20 Minuten zweimal in der Woche. Die bringen da viel weniger, meiner Meinung nach. Weil da aber, also ich sage jetzt mal, mentalen Status zu erhalten, beziehungsweise positiv zu bleiben, das braucht eine ständige Erinnerung. Das heißt, wenn du zu viel Zeit dazwischen hast und zu viele Einflüsse von außen hast, negative Einflüsse, die du nicht draußen lassen kannst, dann fängst du immer wieder von vorne an. Also du haut ja immer wieder Gleit zurück im Endeffekt.
SPEAKER_04Ich denke immer so, weil wenn ich jetzt drei Minuten am Tag sage, okay, ich bin in meinem vier Jahre Zukunfts-Ich, in meinem Karriere-Ich zum Beispiel, und dann mache ich halt wieder die restlichen 53, äh23, 53. 23 Stunden und 57 Minuten was anderes, wird es wahrscheinlich auch relativ wenig Effekt haben, oder?
SPEAKER_00Ja, definitiv. Ich sage jetzt einmal, musst du das ganze System danach ausrichten, beziehungsweise nicht nur das System, natürlich auch deine Handlungen. Ganz gerne. Also was wir eh schon angesprochen haben, was vertrage ich, was muss ich draußen lassen? Wo muss ich vielleicht Abstand nehmen und so weiter und so fort. Wie schaut das denn aus? Schreibt man da deine Liste? Ja, schon, definitiv. Also speziell eben bei der Gedankenpflege. Aber das können wir gerne einmal thematisieren, wenn es ein persönliches Treffen gibt. Wir können das gerne machen, auch mit der Marlene zusammen, die da eben auch die Ausbildung direkt gemacht hat. Ich habe es jetzt praktisch gemacht. Natürlich habe ich Mentaltrainer auch. Aber durch meine praktische Erfahrung halt gewisse Dinge, wie zum Beispiel Gedankenpflege, musst du mal niederschreiben. Du musst einmal deine Gedanken niederschreiben, was du den Tag über hast im Endeffekt. Oder Gedankenkarussell. Also ich habe zum Beispiel gelernt, warum ich am Anfang immer 30 Minuten platt war beim Match und ich 30 Minuten braucht habe, bis ich ins Spiel reingekommen bin, war, ich habe viel zu viel Energie darauf aufgewendet, an Spielsituationen, die kommen können. Das heißt, ich war mental so ausgebaut, und du kennst das vielleicht, du bist ja auch ehemaliger Profisportler, du brauchst, wenn du mal voll ausgebaut bist und du machst zum Beispiel am nächsten oder übernächsten Tag, brauchst du eine gewisse Zeit, bis du es raushast aus dem System und dann kannst du es wieder voll geben. Und das war bei mir. Ich war mental so ausgebaut, dass ich mal 30 Minuten gebraucht habe, das rauszulaufen und in der zweiten Halbzeit war ich dann wieder voll da, im Endeffekt. Nur das Problem war, wenn ich aber die ersten 30 Minuten verkackt habe, dann habe ich die zweite Halbzeit nicht mehr gekriegt. Das heißt, du musst immer deinen Sweetspot finden. Richtig, richtig. Das heißt, da war jetzt einmal ganz, ganz wichtig, 30 Stunden vor dem Bettkampf einmal nichts mehr. Gedanken Stopp, abgrenzen, nichts mehr dran dingen. Und das habe ich lernen müssen zum Beispiel am Anfang.
SPEAKER_04Das heißt, viele Fußballarme hat Kopfhörer auf den Ohren. Also ist das. Aber da ist ja auch ein Unterschied, was du da hörst. Ja, definitiv, 100%. Weil wenn du sehr stimulierende Musik hast, hast du auch wieder die Reize.
SPEAKER_00Also wenn ich ein Rap höre, dann bin ich nicht leistungsfähig. Das ist nichts für mich. Also da bin ich gerade K.O. Also ich habe das dann auch teilweise schon mal vorne im Dressingroom, also in der Kabine, habe ich mir denkt, bitte, stellen wir um, jeder seine Kopfhörer, weil eine Box und die Melodie, da brauche ich da schon Energie, das ist jetzt draußen los. Ja, ja. Also das wird total unterschätzt, meiner Meinung nach.
SPEAKER_04Ja, Djokovic sagt das ja auch, du hast im Prinzip ein Tennismatch hast du ja schon vorher dreimal durchgespielt, bevor du es überhaupt anfängst.
SPEAKER_00Grundsätzlich, also was man wissen muss, wenn man in den Wettkampf geht, ist eigentlich schon was entschieden.
SPEAKER_05Ja.
SPEAKER_00Also man sagt im Prinzip von der Mentalphase her, spätestens zweieinhalb Tage vorm Spiel ist alles entschieden. Zweieinhalb Tage vorm Spiel, ja. Also alles, was dann dazwischen ist, tust du vielleicht nur meine Pfuschen, aber grundsätzlich ist es. Zweieinhalb Tage vorm Spiel.
SPEAKER_04Wenn du jetzt sagst, das würde mich jetzt interessieren, wenn du sagst, okay, du hast ein wichtiges Turnier oder so, du bereitest irgendwen vor. Wie lange sollte so eine Vorbereitungsphase dauern, wenn du sagst, zweieinhalge davor muss abgeschlossen sein?
SPEAKER_00Wenn es jetzt ein Spiel ist. Sag du spielst jetzt in. Nein, es geht um die mentale Phase. Also die Mentalität bzw. auch natürlich die Ernährung, also was da Mittwoch ist, ist entscheidend, was am Samstag passiert. Nicht, was da am Freitag ist. Weil das ist ja im System, du baust ja das System auf im Endeffekt. Weil viele schauen ja, ja, da gehe ich halt am Donnerstag und du zu McDonalds und dann ist ja am Freitag nudeln. Nein, das ist ja fatsch, du kannst das schon vergessen, da ist gescheiter. Du gehst am Anfang der Woche.
SPEAKER_04Aber wenn man jetzt zum Beispiel sagt, okay, du hast ja auch gesprochen über Vorbereitung damals selbst erlebt, auf Weltmeisterschaft, Europameisterschaften, und sagst, wir haben jetzt ein Jahr Vorbereitungszeit. Wann sollte ich optimalerweise, weil man muss ja auch das richtig timen oder so.
SPEAKER_00Also ich bin der Meinung, dass das mit der Saison startet. Also mit der Qualifikation. Wenn du es weißt, ja, wir sind jetzt qualifiziert, dann. Sobald du es weißt, musst du dir das Ziel setzen und dann dich darauf hinprogrammieren. Richtig. Beim Fußball ist halt die Herausforderung, dass du halt beim Verein bist oder beim Club und halt nur sporadisch zusammenkommst. Also das hat glaube ich Nukana hergebracht als Teamchef zum Beispiel, dass man das übergeordnet ausarbreitet auf die Spieler, die in Erwägung gezogen werden, in erweiterten Kader sind, dass man da eine überbordende bzw. drüber gelegte Zielbewegung schon anfängt mit der Qualifikation, also wie man es geschafft hat und dann in Vorbereitung, dass man wirklich die besseren zwölf Monate, beziehungsweise auf der anderen Seite auch das Verletzungsrisiko unten hält. Weil du kannst dir gar nicht vorstellen, was der Hirn damit macht. Oh scheiße. Jetzt wird immer knoppbar, wenn ich mich jetzt verletze. Also die ganzen Verletzungen, die passieren, die sind ja nicht zufällig.
SPEAKER_04Ich hätte das Thema fast vergessen. Gut, dass du das ansprichst. Das hat mich auch sehr berührt in deinem Buch. Du hast sehr viel darüber gesprochen, wie Verletzungen mit deiner mentalen Situation zusammenhängen. Jetzt ist es natürlich so, ein Leben wird vorwärts gelebt, rückwärts verstanden, vollkommen klar. Der Grund oder der Moment, wo ich mygt habe, war auch eine Verletzung. Immer wenn irgendwo was nicht in load war, or when the drug too great is meant to four growth. Then I was in the grip. And my job was a situation that my job not passed. I've been in the podcast later. But at this time I was angry and had the Kreuzband gerissen. Boah, Sportler, you have this show so often, on God's will. Down ewig. But a half spot the frame gesture, on the wake from hook runter. What can this not bedeut? And I was gonna raise aus diesem job. Weil der einfach für mich nicht mehr passt. And jetzt hast du das Thema Verletzungen angesprochen. Auf welche Signale sollte man hören vom Körper hören, um früher drauf zu kommen, um nicht weit kommen zu lassen.
SPEAKER_00Es sind eher Lebenssituationen, was du darauf achten musst. Das heißt, du musst eigentlich relativ regelmäßig reflektieren. Also ich habe mir das geschrieben, Knieverletzung war geholt, die einzige, was ich gehabt habe. Weil ich jetzt meinen Traum realisiert habe mit der Unterschrift bei Wiegen. Ich bin in der Bremmarleague und die möchte jetzt nicht mehr aus der Hand gehen. Und da bin ich in einen Fahrwasser bzw. in frühere Erfahrungen zurückgefallen, jetzt mache ich alles, was der Trainer will. Verstehst du. Und dann letztendlich, die Knieverletzung ist dann nicht, ich möchte mich nicht mehr beugen. Mir reicht's. Was der dazählt, das geht mir so teilweise gegen einen Strich. Und da das schon vor in der Reflexion sozusagen und das braucht halt es braucht Mut. Und den habe ich auch da zum Mal noch nicht gehabt, beziehungsweise habe ich auch jetzt so richtig erst verstanden mit meinen Klienten. Es braucht Mut, Schwäche zu zeigen.
SPEAKER_04Ja, habe ich auch nicht gehört.
SPEAKER_00Verstehst du? Es braucht Mut zu sagen, nein, ich kann das jetzt nicht handeln. Hilf mir bitte. Und das heißt nicht, dass du schwach bist. Ja, genau. Du kannst das nicht, sondern es heißt nur, das Neutralisieren von dieser Lebenssituation, das schaffe ich jetzt alleine nicht. Aber es ist so wichtig, weil du weißt nicht, was rauskommt. Eben, eine Einjahresverletzung, bitte, ist da viel gescheiter, dass du arme Schwäche zeigst, damit du ein Jahr nicht verletzt bist, sondern weitermachen kannst.
SPEAKER_04Und ich glaube, der Unterschied ist, du hast es jetzt super schön formuliert, du hast gesagt, das schaffe ich jetzt gerade nicht allein.
SPEAKER_05Genau.
SPEAKER_04Was aber implizit ja gleich mitschwingen lässt, es ist trotzdem schaffbar. Weil gefährlich ist, wenn, was auch sehr häufig passiert, dass man dann in dieser Opferrolle bleibt und sagt, das kann ich nicht. Nein, die Opferrolle deswegen nicht okay. Sondern trotzdem nach einer Lösung suchen. Was auch immer die Lösung ist, es gibt eine.
SPEAKER_00Also es war jetzt so super, der Paul beim zweiten Spiel einen Kapitalfehler gemacht. Paul Bios, beim FAC. Und natürlich Ferbengeister und keine Ahnung was. Und dann habe ich ihm gesagt, bitte melde dich. Wenn du irgendwas nicht schaffst, melden, melden, melden. Und er hat dann am Dienstag gemeldet, also am Samstag war das Mädchen. Am Dienstag hat er dann angerufen. Nach dem Trainingstag. Ich habe es jetzt einmal alleine nicht geschafft. Aber ich war jetzt auch eine richtige Überwindung, dass ich da jetzt anrufe. Und das eingestehe. Ich brauche jetzt einfach ein Gespräch. Und bei mir geht es halt bei den Gesprächen nur darum, das Gefühl, das Negative, einfach nur zu neutralisieren, dass du dann am nächsten Tag zumindest, besser als positiv, aber zumindest neutral zum Training ist. Verstehst du? Und um das geht es. Also der emotionale Status ist so extrem, hat einen Rieseninfluss auf Verletzungen.
SPEAKER_04Ey, weil du dann einfach wieder deinen Körper quasi.
SPEAKER_00Deine Psyche, du hast neutralisieren. Die Psyche kann sich nur melden über den Körper. Aber der Körper reagiert ja auf die Psyche. Ja, aber die Psyche, die braucht den Körper zu zeigen, hey, du passt jetzt irgendwas nicht. Das ist das einzige Ding, wo sie zahlenkommen im Endeffekt. Ja, genau. Also das ist der Ausdruck von der Psyche.
SPEAKER_04Ja, genau. Und gerade als Leistungsträger oder als jemand, der irgendwie drauf getrillt worden ist, also Glaubenssätze, Schmerz ist dein Freund, der sagt dir, dass du noch am Leben bist. Das waren so Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin, lernst du das wegzudrücken. Richtig. Ja, also es ist unglaublich spannend, was unsere Psyche eigentlich auf Einfluss einfach auf das Thema Leistung ist.
SPEAKER_00Was der Mensch für Wunderwerk ist eigentlich. Das dürfen wir nicht vergessen und das stören wir immer zur Seite. So schauen wir dann am Laptop, da schauen wir dann auf Verlaufleistung und keine Ahnung. Also bitte. Da, da, das ist das größte Potenzial, was es gibt.
SPEAKER_04Das größte Potenzial ist das. Das wird es zu nutzen. Vor allem jetzt in den Zeiten der KI. Wir müssen nochmal herausfinden, was ist unsere Spezialisierung und wofür sind wir speziell? So gegen Ende habe ich jetzt noch zwei Fragen an dich, Paul. Du wolltest immer Vorbild sein, haben wir gesagt. Der Fußball war für dich so eine Eintrittskarte. Würdest du sagen, dass du inzwischen das Vorbild geworden bist, dass du sein möchtest?
SPEAKER_00Ja, natürlich habe ich teilweise dann daran gezweifelt, weil natürlich in der Karriere gewisse Dinge vorgefallen sind, die halt, ich sage jetzt einmal, vielleicht ausschließen, als ich ein Vorbild bin. Aber letztendlich, was ich schon eben festgestellt habe, auch jetzt mit den Erfahrungen, was nach der Karriere gekommen ist, wichtig ist, dass du authent lebst sozusagen und deine Werte vertrittst, beziehungsweise deine Glaubenssätze oder deine Paradigmen sozusagen, beziehungsweise auch offen bist, Veränderungen vorzunehmen. Und letztendlich habe ich doch jetzt die letzten vier, fünf Jahre die Erfahrung gemacht, ja. Ich habe mich ein bisschen dann versteckt mit dem, was ich halt alles erlebt habe, was im Buch drinnen steht, mehr oder weniger, weil ich eben nicht mir alles gefallen lassen habe. Das habe ich dann ein bisschen zweifellos und bin ich da das richtige Vorbild für gewisse Leute sozusagen. Aber ich muss eh nicht für alle sein im Endeffekt. Sondern einfach nur, ich möchte vorzeigen, also das ist eigentlich die größte intrinsische Motivation für mich gewesen. Ich habe es geschafft, meinen Traum zu leben, indem ich an mich geglaubt habe und hart daran gearbeitet habe. Ich habe es in der Hand gehabt, sozusagen. Und das ist es möglich. Also das ist im Leben möglich. Wenn man was entscheidet sozusagen, wenn man sich was vornimmt, dann ist es möglich. Weil ich bin ja auch aus einfachsten Verhältnissen, ich bin aus Burg steht, es ist kein Fußbemecker, sage ich jetzt einmal. Aber ja, es ist möglich. Ja, genau. Was nicht ist, kann ja noch werden. Ja.
SPEAKER_04Ja, also ich muss ganz ehrlich sagen, nicht ohne Grund habe ich dich eingeladen in den Podcast, weil für mich bist du sehr inspirierend mit dem Weg, den du gegangen bist, weil er sehr mutig ist und weil es einfach auch Ecken und Kanten braucht. Ich glaube, es ist für unsere Gesellschaft gesund, wenn Menschen Ecken und Kanten zeigen, vor allem in der eigenen Persönlichkeit und wenn sie die auch herausfinden, weil sonst zeigen sie sich irgendwie immer in größeren Gefühlen. Und es ist wichtig, dass wir mit diesen Ecken und Kanten auch umgehen können und Teams gestalten, wo dann die auch ihren Platz finden mit allen ihren Stärken und Potenzialen.
SPEAKER_00Ja, definitiv. Also ich bin davon überzeugt, dass es die verschiedensten Charaktere benötigt, um wirklich erfolgreich zu sein, beziehungsweise langfristig eine gute Energie aufzubauen im Endeffekt.
SPEAKER_04Wenn du jetzt an deine Vierjährige sich in der Zukunft denkst zum Abschluss, was würdest du sagen, wofür trittst du an, wenn du am Montag aufstehst?
SPEAKER_00Also was immer ein super großer Antrieb ist, ist eben für meine Familie und für meine Kinder. Also beziehungsweise auch natürlich für meine Frau, die Marlene. Wir sind da sehr im Gleichklang. Warum haben wir so viele Kinder? Weil wir darin den Sinn sehen oder die Möglichkeit sehen, die Welt ein Stück weit besser zu machen. Und besser hast einfach, dass es offene Charaktere sind, die keinen verurteilen, die eben die Chance geben. Und vor allem zeigen, sie selbst werden zu können, beziehungsweise zeigen zu können im Endeffekt. Also das ist unser großes, größter Antrieb von mir und der Marlene, zu zeigen, beziehungsweise auch unsere Eltern allen zu verstehen, dass wir unsere Kids zu Persönlichkeiten sozusagen entwickeln lassen, so wie sie von innen heraus das wollen im Endeffekt.
SPEAKER_04Für mich ist das persönlich einfach gelebtes Leadership in Reinst Kultur, weil es genau darum geht, wer bin ich selbst, das auszufeilen und damit auch voranzugehen und den Versuch zu haben, was Sinnvolles und Gutes in der Welt zu hinterlassen.
SPEAKER_00Und da noch kurz zum Abschluss, und das dann auch, ich habe jetzt dann nicht nur diese Sachen sozusagen, auch ich habe einen eigenen Fußballverein gegründet, beziehungsweise die Marlene und ich haben einen eigenen Fußballverein gegründet, den Scharner Fußballclub. Und da geht es auch darum, nicht nur unseren Kindern, sondern auch die Kinder, die eben Spaß haben an Bewegung, beziehungsweise auch Spaß haben an persönlicher Entwicklung, individueller Entwicklung, dass wir denen eine Plattform geben. Wir haben jetzt zwei Wochen Sommercamps gehabt und natürlich heißt es Fußball-Sommercamp, aber wir machen so viele andere Dinge, wie zum Beispiel Code of Honor. Was ist das? Was sind die Rahmenbedingungen für die Gruppe? Was stellen wir uns vor? Eben viel Polysportives, dann ist Gesundheit drinnen natürlich. Sport als Lebensschule. Ja, Sport als Lebensschule, dann Gesundheit, was ist wichtig, um gesund zu bleiben? Das ist einfach die Grundlage. Wenn ich nicht gesund bin, bin ich nicht am Platz, bin ich nirgendwo. Kann ich nicht das ausleben, was ich gerne will.
SPEAKER_04Ja, sehr spannend. Wären wir auf jeden Fall auch nochmal drunter verlinken. Paul, super, danke. Du warst ein großartiger Gast mit dem Spy ⁇ Lead Podcast. Schön, dass du da warst. Super, danke dir.